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Büroflächenbedarf könnte bis 2030 um 12 Prozent sinken

An manchen Tagen im Büro, an manchen im Homeoffice: So sieht der Arbeitsalltag vieler Bürobeschäftigter in Deutschland aus. Für den Büromarkt hat das gravierende Folgen.

Viele Bürobeschäftigte verbringen einen Teil ihrer Arbeitstage im Homeoffice.
Foto: Fabian Strauch/dpa

Laut einer Studie des Ifo-Instituts und des Immobilienberaters Colliers wird der Trend zum Homeoffice bis 2030 voraussichtlich den Bedarf an Büroflächen in den deutschen Metropolen um mehr als ein Zehntel reduzieren. Dies betrifft die Großstädte Berlin, Hamburg, München, Köln, Frankfurt, Stuttgart und Düsseldorf.

«Die regelmäßige Arbeit im Homeoffice ist für etwa 25 Prozent der Beschäftigten und 69 Prozent der Unternehmen zur neuen Normalität geworden», sagte Ifo-Forscher Simon Krause. «Vor allem in Großunternehmen und in Branchen mit starker Homeoffice-Nutzung führt dies zu einem Rückgang der Nachfrage nach Büros.»

Wahrscheinlich würden zwölf Prozent weniger Flächen bis 2030 gesucht. Das entspreche einem Minderbedarf von rund 11,5 Millionen Quadratmeter Bürofläche in den sieben Metropolen. Die Homeoffice-Quote in Deutschland sei seit knapp zwei Jahren stabil, sagte Krause. Die neue Arbeitswelt sei ein «Stresstest für den Büroimmobilienmarkt». Für die Studie wurden erstmals Daten der Homeoffice-Umfragen des Ifo unter 9000 Unternehmen mit Büromietverträgen zwischen 2013 und 2023 aus der Datenbank von Colliers verknüpft.

Die Umsätze am Bürovermietungsmarkt fielen 2023 auf das Niveau der akuten Corona-Krise, wie es weiter hieß. Die Leerstandsquote von unter drei Prozent im Jahre 2019 verdoppelte sich demnach auf über sechs Prozent Ende 2023, während der Anteil der Untermietverträge stark von unter zwei auf fast acht Prozent stieg. «Derzeit zeichnet sich eine schnelle Erholung nicht ab», sagt Andreas Trumpp von Colliers, Mitautor der Studie.

60 Prozent aller Büroimmobilien vom Homeoffice-Effekt betroffen

Es wurde berichtet, dass Büromietverträge in Deutschland durchschnittlich etwa sieben Jahre dauern. Daher wird sich der Homeoffice-Effekt erst mit Verzögerung auswirken. Insgesamt gehen Colliers und das Ifo davon aus, dass 60 Prozent aller Büroimmobilien in Deutschland vom Homeoffice-Effekt betroffen sind und dass Unternehmen in diesen Immobilien ihre Flächen im Durchschnitt um 20 Prozent reduzieren werden.

Aufgrund des Trends zum Homeoffice wird weniger Bürofläche benötigt, was zu einem Druck auf den Markt für solche Immobilien in vielen Ländern führt, besonders in den USA. Auch in Deutschland müssen Banken wie die Aareal Bank aus Wiesbaden und die Landesbank Helaba mehr Geld für potenzielle Kreditausfälle bei Gewerbeimmobilien zurückstellen. Bankenaufseher sind besorgt.

dpa