Für die rund 6,4 Millionen Bulgaren ist der Lew als Landeswährung mit Anbruch des neuen Jahres Geschichte. Bezahlt wird nun wie in 20 weiteren Ländern mit dem Euro. Urlauber wird es freuen.
Bulgarien sagt Tschüss zum Lew und Hallo zum Euro

Zum Start des neuen Jahres hat Bulgarien den Lew durch den Euro ersetzt. Damit ist der Balkanstaat das 21. Land, in dem die Gemeinschaftswährung offizielles Zahlungsmittel ist. Wie das bulgarische Finanzministerium und die Nationalbank BNB bereits zuvor erklärt hatten, wird der Euro dem Tourismus helfen und bulgarischen Herstellern den Handel mit Europa und der Welt erleichtern.
Auch für Touristen wird vieles einfacher: Geldwechsel und zusätzliche Gebühren entfallen, Preise lassen sich einfacher vergleichen und Kartenzahlungen werden unkomplizierter. Der feste Umrechnungskurs beträgt 1,95583 Lew pro Euro – genau der gleiche, zu dem einst die D-Mark in den Euro überging.
Doch viele Menschen in Bulgarien bezweifeln, dass der Euro ihnen nutzen wird. Die Sorge ist groß, dass mit der Währungsumstellung die Preise in dem Balkanland, das zu den ärmsten der EU zählt, steigen werden und der Euro sich als «Teuro» entpuppen wird. Und nicht wenige befürchten, dass Bulgarien einen Teil seiner Unabhängigkeit aufgeben muss.
Staatschef kritisiert Ablauf der Entscheidung zur Euro-Einführung
In seiner Neujahrsansprache bemängelte Staatspräsident Rumen Radew, dass es zur Euro-Einführung ein Referendum hätte geben sollen. «Doch die Regierenden wollten die Bürger nicht hören», kritisierte Radew in seiner im Staatsfernsehen übertragenen Ansprache. Ein entsprechender Antrag Radews war von der prowestlichen Parlamentsmehrheit abgelehnt worden.
Die Europäische Zentralbank (EZB) betont die zahlreichen Vorteile einer Mitgliedschaft in der Eurozone. EZB-Präsidentin Christine Lagarde, als oberste Währungshüterin Europas, verspricht den Bulgaren insbesondere zwei Dinge: Wohlstand und Sicherheit.








