Bundesbank erwartet bestenfalls Stagnation im ersten Quartal 2024 und verzögerte Erholung
Schwächephase der deutschen Wirtschaft setzt sich fort

Die Schwächephase der deutschen Wirtschaft hält nach Einschätzung der Bundesbank auch im neuen Jahr vorerst an. «Alles in allem könnte die deutsche Wirtschaftsleistung im ersten Quartal 2024 bestenfalls stagnieren», schreibt die Bundesbank in ihrem Monatsbericht Januar. Damit würde sich die erwartete Erholung verzögern.
«Insgesamt stellt sich die Konjunktur derzeit leicht schwächer dar als in der Dezember-Projektion erwartet. Anzeichen dafür, dass die industrielle Auslandsnachfrage ihren Tiefpunkt bereits erreicht hatte, bestätigten sich nicht», konstatiert die Notenbank.
In ihrer Prognose, die Mitte Dezember veröffentlicht wurde, hatte die Bundesbank für Deutschland vorausgesagt, dass das Wirtschaftswachstum im Jahr 2024 um 0,4 Prozent zurückgehen werde. Die Bundesbank erwartet mittelfristig jedoch wieder ein etwas stärkeres Wachstum von 1,2 Prozent im Jahr 2025 und 1,3 Prozent im Jahr 2026.
Wirtschaftsleistung zum Jahresende geschrumpft
Gemäß vorläufigen Daten des Statistischen Bundesamts ist die deutsche Wirtschaft im letzten Jahr in eine Rezession geraten: Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) fiel preisbereinigt um 0,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Im letzten Quartal schrumpfte das BIP laut Schätzungen preis-, saison- und kalenderbereinigt um 0,3 Prozent im Vergleich zum Vorquartal.
Als Gründe für den Rückgang im vierten Quartal 2023 nennt die Bundesbank unter anderem den weiteren Rückgang der Auslandsaufträge für die deutsche Industrie. Zudem hätten gestiegene Finanzierungskosten Investitionen vor allem im Wohnungsbau gedämpft. «Auch die Unsicherheit über die zukünftige Ausrichtung der Fiskal- und Klimapolitik dürfte das Wirtschaftsgeschehen belastet haben», schreibt die Bundesbank. Verbraucher seien vorsichtig geblieben und hätten ihre Konsumausgaben zum Jahresende wohl kaum gesteigert.
Inflationsrate dürfte «spürbar zurückgehen»
Auf Entlastung dürfen Verbraucherinnen und Verbraucher bei der allgemeinen Teuerung hoffen: Die Inflationsrate dürfte nach Einschätzung der Bundesbank zu Beginn des neuen Jahres «wieder spürbar zurückgehen».
Im Dezember stiegen die Verbraucherpreise im Vergleich zum Vorjahresmonat um 3,7 Prozent gegenüber 3,2 Prozent im November. Ein entscheidender Faktor für den Anstieg war, dass der Staat im Dezember des Vorjahres einmalig die Kosten für den Abschlag der Gas- und Fernwärmekunden übernommen hatte. Dieser Effekt, der die Preise dämpfte, wurde in der Berechnung für Dezember 2023 nicht mehr berücksichtigt.








