Die Bundesbank prognostiziert verhaltenes Wachstum im ersten Quartal. Positive Impulse durch gestiegene Löhne und staatliche Investitionen.
Deutsche Wirtschaft 2026: Langsamer Aufschwung erwartet

Die deutsche Wirtschaft wird nach Einschätzung der Bundesbank 2026 nur langsam Fahrt aufnehmen. Die zuletzt wieder etwas pessimistischeren Erwartungen der Unternehmen sprächen dafür, «dass die Wirtschaftsleistung im ersten Quartal des laufenden Jahres nur verhalten zulegen dürfte», heißt es im Monatsbericht Januar der Notenbank.
Im letzten Jahr wuchs die deutsche Wirtschaft laut vorläufigen Berechnungen des Statistischen Bundesamtes um 0,2 Prozent. Europas größte Volkswirtschaft vermied knapp das dritte Jahr ohne Wachstum. Die Statistiker gehen davon aus, dass das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im vierten Quartal 2025 gegenüber dem Vorquartal preis-, saison- und kalenderbereinigt um 0,2 Prozent gestiegen ist.
Industrie hat sich gefangen – positive Impulse vom privaten Konsum
Nach Einschätzung der Bundesbank dürfte sich die Industrie zum Jahresende wieder gefangen haben. Trotz der Belastung durch höhere US-Zölle sei die Nachfrage aus dem Ausland «in der Tendenz aufwärts gerichtet». Im Inland sorgten Aufträge für Militärausrüstungen für wieder bessere Geschäfte.
Positive Impulse im Schlussquartal erwarten die Bundesbank-Ökonomen zudem vom privaten Konsum: «Die kräftig gestiegenen Löhne schufen Spielraum für zusätzliche Konsumausgaben.»
Bundesbank mahnt: Zusätzliche Milliarden sinnvoll investieren
Im aktuellen Jahr werden staatliche Milliardenausgaben für Infrastruktur wie Straßen und Schienen sowie für Verteidigung voraussichtlich für einen Aufschwung sorgen. Viele Volkswirte erwarten jedoch erst ab 2027 einen spürbaren Anstieg, wenn die enormen Summen, die der Staat dank der Lockerung der Schuldenbremse aufbringen will, vollständig wirksam werden.
Die Bundesbank mahnte erneut, die zusätzlichen Milliarden «zielgenau und wirtschaftlich einzusetzen» und keine Haushaltslöcher damit zu stopfen: «Das neue Sondervermögen bietet eine gute Chance, die staatliche Infrastruktur zu modernisieren. Bund, Länder und Gemeinden planen hingegen derzeit, mit den Mitteln zu einem erheblichen Teil letztlich Finanzierungslücken bei nicht investiven Vorhaben zu schließen.»








