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OpenAI finanziert ChatGPT mit Werbung

Tests mit Anzeigen starten in den USA, teurere Abos bleiben werbefrei. Prinzipien: Anzeigen beeinflussen keine Antworten, Datenschutz gewährleistet.

Bei ChatGPT dürfen Disney-Figuren künftig in Bildern auftauchen. (Archivbild)
Foto: Hendrik Schmidt/dpa

OpenAI plant, sein Hauptprodukt ChatGPT zukünftig durch Werbung zu finanzieren. Das KI-Start-up aus San Francisco kündigte an, dass bald Tests mit Anzeigen in den USA beginnen werden. Die Werbung in ChatGPT wird sowohl in der kostenlosen ChatGPT-Variante als auch im neuen Einsteigertarif ChatGPT Go getestet. Teurere Abonnements wie Plus, Pro, Business und Enterprise sollen weiterhin werbefrei bleiben.

Der weltweit führende Anbieter von KI-Chatbots veröffentlichte gleichzeitig seine Prinzipien, nach denen die Anzeigen geschaltet werden sollen. «Werbung beeinflusst niemals die Antworten von ChatGPT», heißt es in einem Blogeintrag. Die Antworten würden rein danach optimiert, was am meisten helfe. «Anzeigen sind immer getrennt und klar gekennzeichnet.»

«Wir verkaufen keine Daten»

Das Unternehmen versprach auch, die Privatsphäre der Nutzer zu achten: «Wir halten Unterhaltungen mit ChatGPT strikt vor Werbetreibenden geschützt und verkaufen keine Daten.» Jeder Nutzer entscheide selbst, wie Daten genutzt würden. «Personalisierung kann abgeschaltet und die für Anzeigen verwendeten Daten können jederzeit gelöscht werden.» Außerdem gebe es immer einen Weg, ChatGPT ohne Werbung zu nutzen – etwa über einen kostenpflichtigen, werbefreien Tarif.

Wer in Zukunft bei ChatGPT keine Werbung sehen möchte, muss jedoch mindestens 20 US-Dollar pro Monat für ein Abo von ChatGPT Plus bezahlen. Der neue Einstiegstarif ChatGPT Go, der acht Dollar pro Monat kostet, enthält weiterhin Werbung. Die Tests mit Werbeeinblendungen werden zunächst in den USA durchgeführt. Wann Werbung bei ChatGPT auch in Deutschland und Europa zu sehen sein wird, ist derzeit noch unklar.

Strategiewechsel bei OpenAI

OpenAI vollzieht mit der Entscheidung für eine Werbefinanzierung einen Strategiewechsel. Sam Altman, Mitbegründer und CEO des Unternehmens, war zuvor entschieden dagegen. In Interviews äußerte er sich jedoch zuletzt offener. Er nannte Instagram als Beispiel für Werbung, die nützlich sein könne, wenn sie gut gemacht sei.

OpenAI versucht, neue Einnahmequellen zu erschließen, um die hohen Betriebskosten für den Betrieb der riesigen KI-Modelle zu decken. Der Fokus liegt dabei darauf, Einnahmen von den Gratis-Nutzern zu generieren. Es wird geschätzt, dass über 90 Prozent der ChatGPT-Anwender die kostenlose Version nutzen. Diese Nutzer verursachen bisher nur Kosten für OpenAI und bringen keinen Umsatz.

dpa