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China verliert Stellung als wichtigster deutscher Handelspartner

China könnte noch in diesem Jahr seine dominante Stellung im deutschen Außenhandel verlieren, aufgrund der schwächelnden Konjunktur und der geänderten Strategie deutscher Unternehmen.

Chinas Konjunktur schwächelt - das hat Folgen.
Foto: Christian Charisius/dpa

China könnte Berechnungen zufolge noch in diesem Jahr seine Stellung als wichtigster deutscher Handelspartner einbüßen. «Die dominante Stellung Chinas im Außenhandel mit Deutschland bröckelt», schreibt die bundeseigene deutsche Außenhandelsgesellschaft Germany Trade and Invest (GTAI) in einer Studie. Sowohl die Aus- als auch die Einfuhren verzeichneten demnach im vergangenen Jahr ein deutliches Minus.

Der maue deutsch-chinesische Handel rühre vor allem von der schwächelnden Konjunktur Chinas. «Dazu tragen die Immobilienkrise, geopolitische Risiken im Verhältnis zu den USA und schwächelnde Industrieinvestitionen bei», hieß es. Zudem änderten deutsche Unternehmen ihre Strategie auf dem chinesischen Markt.

Zum einen versuchen sie laut GTAI in der Beschaffung auf China zu verzichten. Zum anderen rückten immer mehr Firmen ihren Fokus auf den lokalen Markt – frei nach dem Motto: «in China für China». Beides schwäche den deutsch-chinesischen Handel.

Wer nimmt Chinas Spitzenplatz ein?

Laut Schätzungen der GTAI verringerte sich der Gesamtwert der Importe und Exporte mit China im letzten Jahr um 15 Prozent auf 254 Milliarden Euro. Im Gegensatz dazu entwickelt sich die US-Wirtschaft erstaunlich robust.

Je nach Berechnung lägen die USA als Handelspartner nur noch ein bis zwei Milliarden Euro hinter China zurück. «Sollten sich diese Trends 2024 fortsetzen, lösen die USA China an der Spitze des Rankings der bedeutendsten Außenhandelspartner Deutschlands ab.»

Besonders deutlich gingen im vergangenen Jahr die Importe aus China zurück. Im Vergleich zum Vorjahr schrumpften sie den Hochrechnungen zufolge um 19 Prozent. Die Einfuhr chemischer Erzeugnisse brach mit einem Minus von 70 Prozent regelrecht ein. Zudem führte Deutschland deutlich weniger Möbel sowie Textilien, Bekleidung und Schuhe ein. Bergauf ging es «als große Ausnahme» mit den Einfuhren von chinesischen Kraftfahrzeugen samt Ersatzteilen. Sie legten um knapp 36 Prozent zu.

China blieb als Abnahmemarkt auch im letzten Jahr auf dem vierten Platz der deutschen Partner. Trotzdem verliert das Land an Bedeutung, wie von der GTAI festgestellt wurde. Es gab einen deutlichen Rückgang bei der Ausfuhr von Autos, chemischen Erzeugnissen und Arzneimitteln.

dpa