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China verliert Platz als wichtigster Handelspartner Deutschlands

Die USA überholen China im deutschen Außenhandel im ersten Quartal 2024 aufgrund sinkender Importe aus China.

Mit einem Anteil von 10,9 Prozent an allen Importen war China im ersten Quartal 2024 der mit Abstand wichtigste Warenlieferant Deutschlands.
Foto: Christian Charisius/dpa

China hat vorübergehend seinen Status als wichtigster Handelspartner Deutschlands verloren. Wie bereits im dritten und vierten Quartal 2023, waren auch im ersten Quartal dieses Jahres die USA führend.

Laut Angaben des Statistischen Bundesamtes fiel die Volksrepublik China im Zeitraum von Januar bis einschließlich März 2024 auf den zweiten Platz in der Liste der wichtigsten Handelspartner Deutschlands, da Deutschland wesentlich weniger Waren aus China importierte.

Laut der Wiesbadener Behörde sanken die Importe aus China nach Deutschland im Vergleich zum Vorjahresquartal um 11,7 Prozent auf 36 Milliarden Euro. Der Wert der nach China exportierten Waren aus Deutschland ging um 1,1 Prozent auf 24 Milliarden Euro zurück. Somit war das Handelsvolumen mit China in Höhe von 60 Milliarden Euro in diesem Quartal geringer als das Handelsvolumen mit den Vereinigten Staaten, das sich auf 63,2 Milliarden Euro belief.

Im Gesamtjahr 2023 China noch knapp vor den USA

Im Jahr 2023 konnte China seinen Spitzenplatz knapp behaupten. Das Volumen aus Importen und Exporten betrug 253,1 Milliarden Euro, was jedoch nur um gut 0,7 Milliarden Euro höher war als der Warenverkehr mit den USA (252,3 Mrd.). Ein Jahr zuvor betrug die Differenz noch 50,1 Milliarden Euro.

Experten schließen nicht aus, dass China nach acht Jahren in Folge in diesem Jahr seine Stellung als Deutschlands wichtigster Handelspartner an die USA verlieren könnte. Die bundeseigene deutsche Außenhandelsgesellschaft Germany Trade and Invest (GTAI) begründete dies jüngst in einer Studie vor allem mit der aktuellen Konjunkturschwäche Chinas: «Dazu tragen die Immobilienkrise, geopolitische Risiken im Verhältnis zu den USA und schwächelnde Industrieinvestitionen bei.» Zudem versuchten deutsche Unternehmen in der Beschaffung auf China zu verzichten.

Mit Abstand meiste Importe «Made in China»

China war im ersten Quartal 2024 mit einem Anteil von 10,9 Prozent an allen Importen der wichtigste Warenlieferant Deutschlands. Deutschland importierte insgesamt Waren im Wert von 331,2 Milliarden Euro. Die Niederlande waren mit 7,6 Prozent die zweitgrößten Lieferanten, gefolgt von den USA mit 7,0 Prozent.

Im ersten Quartal stammten 85,4 Prozent der importierten Photovoltaik-Anlagen, 86,3 Prozent der tragbaren Computer, 60,5 Prozent der Smartphones und 45,4 Prozent der Lithium-Ionen-Akkus aus China. Deutsche Unternehmen exportierten hauptsächlich Autos, Autoteile und Maschinen nach China.

dpa