Die Exporte stiegen um 5,5 Prozent, die Importe blieben unverändert. China übertraf den Handelsüberschuss aus 2024 erneut.
Chinas Außenhandel mit Rekordüberschuss im Jahr 2025

Trotz des Zollkonflikts mit den USA und globaler Handelsstreitigkeiten erreichte Chinas Außenhandel im vergangenen Jahr einen Rekordüberschuss. Laut chinesischem Zoll stiegen die Exporte um 5,5 Prozent auf insgesamt rund 3,8 Billionen US-Dollar im Vergleich zum Vorjahr. Die Importe blieben bei rund 2,6 Billionen Dollar, was zu einem Handelsüberschuss von knapp 1,2 Billionen Dollar führte.
Die Bilanz zeigt auch die Schieflage in der chinesischen Wirtschaft, die viel produziert und in den Weltmarkt exportiert, aber aufgrund der schwachen Inlandsnachfrage wenig aus dem Ausland einführt. China übertraf erneut den Handelsüberschuss aus dem Jahr 2024, der damals bereits bei knapp einer Billion US-Dollar lag.
Die im Dezember veröffentlichten Daten übertrafen auch die Prognosen der Analysten deutlich. Die Exporte stiegen um 6,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat, während die Einfuhren um 5,7 Prozent zunahmen. Vor allem bei den Importen lagen die Erwartungen mit einem Zuwachs von 0,9 Prozent deutlich niedriger.
Die Rolle des Handelsstreits mit den USA
Die Frage ist, ob China auch 2026 den Trend fortführen kann. «In Bezug auf die Lage des Außenhandels in diesem Jahr fehlt dem globalen Handelswachstum allgemein gesagt Dynamik, und das äußere Umfeld für die Entwicklung des chinesischen Außenhandels bleibt schwierig und komplex», sagte der Vize-Minister der Zollbehörde, Wang Jun, in Peking. Er verwies auf ein schwaches globales Wirtschaftswachstum, politische Unsicherheiten und eine geopolitische Spaltung.
Im Jahr 2025 war der Handel von einem Zollstreit zwischen den USA und China geprägt – den beiden größten Volkswirtschaften der Welt. Chinas Exporte in die Vereinigten Staaten brachen um 20 Prozent ein, während die Importe um 14,6 Prozent sanken.
Trotz vorübergehend gesenkter Raten blieben die US-Zölle für Waren aus China hoch. Dazu kam, dass in China in vielen Branchen ein Überangebot herrschte, das der heimische Markt nicht aufnehmen konnte. Die Unternehmen suchten daher Absatzmärkte im Ausland. Viele Waren wurden in andere Weltregionen exportiert.
So verlief der Handel mit Deutschland
Im Jahr 2025 stiegen die Exporte der Volksrepublik China nach Deutschland um 10,5 Prozent auf etwa 118,3 Milliarden Dollar. Hingegen fielen die Importe aus der Bundesrepublik um 2,1 Prozent auf 92,8 Milliarden Dollar. Seit Oktober ist China wieder Deutschlands wichtigster Handelspartner und hat damit die USA abgelöst.
Die Exporte der exportgetriebenen Volkswirtschaft legten im Jahr 2025 besonders stark nach Afrika (25,8 Prozent) und in den Raum der südostasiatischen Asean-Staaten (13,4 Prozent) zu.
Sorge bei Chinas Handelspartner
In der EU stieg Chinas Export im Jahr 2025 um 8,4 Prozent, während die Importe um 0,4 Prozent sanken. In anderen Ländern wächst der Unmut nicht nur aufgrund der schwachen Nachfrage aus China. EU-Unternehmen beklagen den aggressiven Wettbewerb in Sektoren wie der Autoindustrie und die erschwerten Marktbedingungen für ihre Geschäfte in China.
In den Mittelpunkt rückte vor Kurzem erneut die Währung Chinas, die laut einiger Analysten stark unterbewertet ist. Dadurch sind chinesische Produkte im Ausland preiswert. Kritiker bezeichnen dies jedoch als eine indirekte Subvention für chinesische Unternehmen.
Im Jahr 2025 führten Exportkontrollen für sieben seltene Erden und Chips des Herstellers Nexperia, die in der Industrie dringend benötigt werden, zu Unsicherheit und gelegentlichen Produktionsstillständen in Europa. Das Vorgehen Pekings zeigte die Verwundbarkeit der Lieferketten deutscher und europäischer Unternehmen auf. Aus diesem Grund streben die Bundesrepublik und andere Länder danach, unabhängiger von den Rohstoffen Chinas zu werden.
Steuert Peking gegen?
In den Handelsbeziehungen zwischen China und der EU gab es kürzlich positive Signale. Brüssel erlaubte Herstellern von in China produzierten E-Autos, Mindestpreise festzulegen, anstatt Zollaufschläge zu akzeptieren. Das Handelsministerium Chinas begrüßte diese Maßnahme.
In der vergangenen Woche kündigte Peking an, ab dem 1. April die Rückerstattung der Mehrwertsteuer beim Export von Photovoltaikprodukten zu streichen. Die Maßnahme soll die sinkenden Exportpreise in der Branche eindämmen. Günstige Waren aus China hatten der Solarbranche in Europa schwer zugesetzt. Für Batterieprodukte fällt die Rückerstattung von neun auf sechs Prozent und soll am 1. Januar 2027 abgeschafft werden.








