Der Urlaub auf vier Rädern liegt voll im Trend. Der Corona-Boom ist zwar vorbei – die Branche blickt dennoch vorsichtig optimistisch in die Zukunft. Trotz neuer Sorgen um die Lieferketten.
CIVD: Caravaning-Geschäft pendelt sich auf hohem Niveau ein

Laut dem Caravaning Industrie Verband (CIVD) wurden im vergangenen Jahr in Deutschland mehr als 90.000 neue Wohnwagen und Reisemobile zugelassen, was 0,7 Prozent weniger als im Vorjahr entspricht. Diese Zahlen wurden auf der Stuttgarter Reisemesse CMT bekannt gegeben. Die Nachfrage nach Reisemobilen stieg dabei an, während die Nachfrage nach Wohnwagen um etwa zehn Prozent zurückging. Das Geschäft der Caravaning-Branche hat sich somit nach den Höchstwerten der Corona-Jahre auf einem hohen Niveau stabilisiert.
CIVD-Präsident Bernd Löher sagte am Montag: «2023 war ein gutes Jahr, wir haben uns auf einem hohen Niveau konsolidiert. Für 2024 sind wir vorsichtig optimistisch». Die Auftragsbücher der Unternehmen seien weiter gut gefüllt. Auch die zuletzt sinkende Inflationsrate mache Mut, dass sich die Kaufkraft der Verbraucher weiter stabilisiere.
«Das Interesse am Caravaning ist ungebrochen. Ich glaube, das kann man attestieren», sagte Löher. Die Rahmenbedingungen würden aber auch 2024 sicher nicht einfacher. Zum Beispiel: «Wir hatten gedacht, wir haben die Lieferketten-Problematik halbwegs hinter uns», sagte er. Durch die Angriffe auf Containerschiffe im Roten Meer werde man nun aber eines Besseren belehrt. Zuletzt hatten die Hersteller etwa mit Lieferproblemen bei Fahrgestellen, sogenannten Chassis, zu kämpfen.
Verband: Plus bei Neuproduktion und Umsatz
Gemäß den Angaben des CIVD stieg die Produktion der deutschen Hersteller im Jahr 2023 um 3,3 Prozent. Von den insgesamt 133.600 hergestellten Fahrzeugen wurden knapp 52.000 exportiert. Im Jahr 2023 erzielte die Branche einen Umsatz von 15,3 Milliarden Euro, was einem Plus von 8,8 Prozent entspricht. Laut Löher ist dieser Anstieg auch auf Preiseffekte zurückzuführen.
Laut Angaben des Verbands ist Deutschland der führende Produzent und Exporteur von Freizeitfahrzeugen in Europa. Aufgrund der Corona-Pandemie und des Trends zum individuellen Reisen erlebte die Caravaning-Branche in den letzten Jahren einen Aufschwung. Sowohl 2020 als auch 2021 überstieg die Anzahl der Neuzulassungen jeweils die Marke von 100.000. Danach begann die Normalisierung.
Die CMT (Caravaning – Motor – Touristik) gibt an, die weltweit größte Publikumsmesse für Tourismus und Freizeit zu sein und läuft bis zum 21. Januar. Es gibt rund 1600 Aussteller in zehn Hallen auf dem Gelände. Im letzten Jahr besuchten etwa 265.000 Personen das Messegelände in Stuttgart.








