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EU plant einheitlichen CO2-Preis ab 2028 – Heizen wird teurer

Studie zeigt: Kosten steigen in einigen Ländern moderat, in anderen deutlich – Klima-Sozialfonds geplant

CO2-Preis bald europaweit
Foto: Hauke-Christian Dittrich/dpa

In weniger als zwei Jahren wird das Heizen in vielen EU-Ländern teurer. Der Grund dafür ist die Einführung eines EU-weit einheitlichen CO2-Preises für Gebäude und Verkehr ab 2028. Die Bepreisung von Treibhausgasen soll Wirtschaft und Verbrauchern einen Anreiz geben, immer weniger klimaschädliche fossile Brennstoffe zu verwenden.

Die Bertelsmann Stiftung hat berechnet, wie sich die Abgabe auf die Heizkosten der rund 103 Millionen betroffenen Haushalte in den Mitgliedsstaaten auswirken könnte. Das Ergebnis zeigt, dass in Deutschland und anderen Ländern, in denen es bereits einen CO2-Preis im Gebäudebereich gibt, die zusätzlichen Belastungen begrenzt sein dürften.

Heizkosten werden in einigen Ländern um etwa 17 Euro steigen

Die Forscher nehmen an, dass der in Auktionen ermittelte Preis 2028 bei 60 Euro je Tonne Kohlendioxid liegt. In Deutschland und anderen west- und nordeuropäischen EU-Mitgliedsstaaten mit bereits bestehendem CO2-Preis würden die Kosten dann laut der Studie im Schnitt um 17 Euro pro Jahr und Haushalt im Vergleich zu 2025 steigen. «In Portugal, Irland, Dänemark und Schweden könnte das Heizen sogar billiger werden, weil der CO2-Preis dort schon jetzt oberhalb von 60 Euro liegt», sagt die Ökonomin und Studienautorin Sara Hagemann.

In Ländern wie Polen, Ungarn, der Slowakei und anderen osteuropäischen Staaten wird jedoch immer noch hauptsächlich mit Gas, Öl oder Kohle geheizt. Darüber hinaus gibt es dort noch keine CO2-Steuer für das Tanken und Heizen, und die Haushalte verfügen über niedrigere Einkommen. Die Einführung einer CO2-Steuer hätte daher einen wesentlich größeren Einfluss, so die Studie. Ein Preis von 60 Euro würde die Heizkosten für einen Haushalt dort im Durchschnitt um 100 bis 400 Euro pro Jahr erhöhen.

Stiftung fordert treffsichere Unterstützung für Haushalte 

Damit Haushalte und kleine Unternehmen nicht überlastet werden, soll ein milliardenschwerer Klima-Sozialfonds geschaffen werden. Gelder aus diesem Fonds sollen besonders Betroffene unterstützen. «Mit den Einnahmen aus dem CO2-Preis ist genug Geld vorhanden, um diese Unterstützung zu leisten – wenn die Mitgliedstaaten das Geld treffsicher ausgeben», erklärt Studienautor und Ökonom Thomas Schwab.

Dazu müssten die Mitgliedsstaaten nationale Klima-Sozialpläne vorlegen, in denen sie aufzeigen, wie sie das Geld verwenden wollten. «Die Europäische Kommission muss sehr genau darauf achten, dass stark betroffene Haushalte tatsächlich unterstützt werden», fordert Schwab.

Die Forscher halten es außerdem für nötig, den Umstieg auf klimafreundliche Heizungen staatlich zu fördern. Grund sei, dass die notwendigen Investitionen für viele Hausbesitzer eine große Herausforderung darstellten. «Entscheidend für die Verbindung von Klimaschutz und sozialer Gerechtigkeit ist, dass Fördermittel und Entlastungen dort ankommen, wo sie am dringendsten gebraucht werden», betont Hagemann. 

Klima-Umbau: Staaten sollen Förderprogramme finanzieren

Die Einnahmen aus der CO2-Bepreisung würden ausreichen, um die unmittelbaren Mehrbelastungen für besonders betroffene Haushalte abzufedern. «Aber sie werden nicht reichen, um auch den Umstieg auf klimafreundliche Alternativen wie etwa Wärmepumpen oder den Anschluss an das Fernwärmenetz großflächig zu unterstützen.» Dafür brauche es zusätzliche Förderprogramme, die durch die Mitgliedstaaten finanziert werden müssten.

Im Jahr 2021 wurde in Deutschland bereits ein CO2-Preis für Tanken und Heizen eingeführt. Bis 2026 soll der Preis pro Tonne Kohlendioxid hierzulande zwischen 55 und 65 Euro liegen.

dpa