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CO2-Preis kostet Bauern dieses Jahr knapp 250 Millionen Euro

Viele Landwirte sind sauer, dass ihre Steuervorteile beim Agrardiesel schrittweise wegfallen sollen. Ein anderer Kostenfaktor ist bisher weniger in der Diskussion.

Bauernprotest mit Traktoren in der Stuttgarter Innenstadt.
Foto: Bernd Weißbrod/dpa

Laut Regierungsangaben werden den Bauern dieses Jahr neben dem Abbau von Steuervorteilen für Agrardiesel Kosten in Höhe von rund 247 Millionen Euro für den steigenden CO2-Preis entstehen, wie das Wirtschaftsministerium auf Anfrage des Linken-Abgeordneten Dietmar Bartsch mitteilte. Die Antwort liegt der Deutschen Presse-Agentur vor.

Das Ministerium gibt an, dass die Summe des CO2-Preises für Agrardiesel im Jahr 2025 bereits 302 Millionen Euro beträgt. Im Jahr 2023 waren es 164 Millionen Euro. Bartsch forderte, dass die Belastung berücksichtigt wird und die Steuervorteile für Agrardiesel beibehalten werden.

Preis je Tonne CO2 von bisher 30 Euro auf 45 Euro gestiegen

Die vorherige Regierung hatte bereits beschlossen, dass die Verschmutzung durch Kohlendioxid, die durch das Verbrennen von Diesel und anderen fossilen Treibstoffen entsteht, im Sinne des Klimaschutzes jedes Jahr teurer werden soll. Die Ampel-Regierung setzt diese Maßnahme fort. Der Preis pro Tonne CO2 ist von bisher 30 Euro auf 45 Euro gestiegen; im nächsten Jahr soll er auf 55 Euro erhöht werden. Das betrifft alle, die mit Verbrennungsmotoren fahren.

Gemäß dem Ministerium betrug der CO2-Preisanteil je Liter Diesel – unabhängig vom Verwendungszweck – im Jahr 2023 8,0 Cent; in diesem Jahr sind es 12 Cent und im Jahr 2025 dann 14,7 Cent, jeweils ohne Mehrwertsteuer. Für Landwirte ist dies relevant, da Maschinen oft eine große Menge Treibstoff verbrauchen. Laut Angaben des Wirtschaftsministeriums wird von insgesamt zwei Milliarden Liter Agrardiesel pro Jahr ausgegangen.

«Mehrbelastung für die Landwirte von über 700 Millionen Euro»

Bartsch sagte der dpa: «Dass die Bauern in diesem Jahr 247 Millionen Euro für den CO2-Preis zusätzlich auf ihren Agrardiesel bezahlen müssen, blendet die Bundesregierung offenbar völlig aus.» Wer den Bauern dazu ihre Steuervorteile auf Agrardiesel nehme, habe die Situation vieler Höfe nicht verstanden. «Unterm Strich – mit CO2-Preis, ohne Agrardiesel-Vergünstigung – geht es um eine Mehrbelastung für die Landwirte von über 700 Millionen Euro», rechnete Bartsch vor. Das sei inakzeptabel.

In den vergangenen Tagen hatten Tausende von Bauern gegen die Kürzung der Steuervorteile für Agrardiesel protestiert.

dpa