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Robotaxi-Firma Cruise kehrt nach Unfall zurück

Die Fahrzeuge werden vorerst von Menschen gesteuert, um Daten zu sammeln. Autonome Testfahrten folgen später.

Ein selbstfahrendes Auto der Roboterwagenfirma Cruise des US-Konzerns General Motors sorgt für Unmut bei Fußgängern, nachdem es auf einer Kreuzung steckenblieb und sie bei Rot verlässt.
Foto: Andrej Sokolow/dpa

Fahrzeuge der Robotaxi-Firma Cruise kehren rund ein halbes Jahr nach einem folgenschweren Unfall auf die Straße zurück. Die Wagen sollen jedoch vorerst nur von Menschen gesteuert werden, um Kartendaten zu aktualisieren und neue Informationen über die Umgebung zu sammeln, wie die Tochtergesellschaft des US-Autoriesen General Motors bekannt gab.

Die erste Stadt ist Phoenix im Bundesstaat Arizona, weitere sollen in Zukunft hinzukommen. Während dieser Phase werden Informationen über Ampeln, Fahrspuren und Verkehrsführung neu gesammelt, erklärte Cruise.

Als nächstes sind autonome Testfahrten mit Sicherheitsfahrern am Steuer geplant. Basierend auf diesen Tests wird entschieden, in welcher Stadt die Fahrzeuge ohne menschliche Fahrer unterwegs sein werden.

Unfall wurde zunächst harmloser dargestellt

Cruise war führend in der Entwicklung von Robotaxi-Diensten und hatte ehrgeizige Expansionspläne. Allerdings wurde Anfang Oktober eine Frau von einem fahrerlosen Auto von Cruise über mehrere Meter mitgeschleift. Zuvor war die Fußgängerin von einem anderen Fahrzeug mit einem menschlichen Fahrer angefahren und vor das selbstfahrende Auto geschleudert worden. Laut dem Unfallbericht bremste das Robotaxi zwar sofort, jedoch geriet die Frau dennoch unter das Fahrzeug.

Die Cruise-Wagen sind so eingestellt, dass sie nach Kollisionen automatisch an den Straßenrand fahren können, um den Verkehr nicht zu stören. Selbst in diesem Fall hat die Software diese Entscheidung getroffen – obwohl die Frau noch unter dem Wagen steckte. Laut einem Bericht der kalifornischen Verkehrsbehörde wurde sie etwa sechs Meter mitgeschleift, während der Wagen eine Geschwindigkeit von etwa elf Kilometern pro Stunde erreichte.

Verheerend für das Ansehen von Cruise war, dass diese Details erst später bekannt wurden, während der Unfall erst harmloser dargestellt wurde. GM tauschte das Top-Management der Robotaxi-Firma aus, alle Fahrten auf öffentlichen Straßen wurden gestoppt. Jetzt werde beim Neustart die Sicherheit im Mittelpunkt stehen, betont Cruise. In den vergangenen Monaten seien die Fahrzeuge unter anderem auf einem Testgelände weiter unterwegs gewesen.

dpa