Alt-Bestände von D-Mark machen Deutsche reicher. Handschriftliche Botschaften auf Banknoten entdeckt. Umtausch weiterhin möglich.
Deutsche tauschen weiterhin D-Mark um, nostalgische Funde entdeckt

Alt-Bestände von D-Mark machen auch mehr als 20 Jahre nach Einführung des Euro-Bargelds manchen Deutschen etwas reicher. Die Bundesbank hat im vergangenen Jahr knapp 53,1 Millionen D-Mark im Gegenwert von gut 27 Millionen Euro umgetauscht. Ein Jahr zuvor waren rund 53,2 Millionen D-Mark in den Filialen der Bundesbank zurückgegeben worden, im Jahr 2023 waren es gut 58 Millionen D-Mark. «Vermutlich ist ein gewisser Nachholeffekt nun vorbei, der die Zahlen in den Jahren nach der Pandemie nach oben getrieben hat», erklärte Bundesbank-Vorstand Burkhard Balz.
Fünf-D-Mark-Scheine mit handschriftlichen Botschaften
Oftmals werden die nicht mehr gültigen Scheine und Münzen bei Erbschaften entdeckt oder als Zufallsfund beim Kauf alter Häuser gefunden. Manchmal werden sie jedoch auch aus nostalgischen Gründen über Jahre hinweg aufbewahrt – und schließlich doch irgendwann verkauft.
So reichte im vergangenen Jahr ein Kunde einige fünf D-Mark-Banknoten mit handschriftlichen Botschaften bei der Bundesbank ein. «Für den liebsten Patrick, der mit allen auf den Weihnachtsmarkt fährt. Hab Dich lieb», ist auf einem der Scheine zu lesen. Mitunter ist auch ein Datum hinzugefügt, demnach stammen die handschriftlichen Vermerke aus den Jahren 2000 und 2001. Die Hintergründe der Botschaften indes sind nicht bekannt.
D-Mark-Bestände im Milliardenwert nicht zurückgegeben
Die Bundesbank geht davon aus, dass einige der alten Scheine und Münzen nie wieder auftauchen werden – entweder, weil Sammler ihre Bestände gesichert haben, oder weil Fans der einst als starke Währung geschätzten D-Mark Scheine und Münzen ins Ausland gebracht haben.
So sind auch 24 Jahre nach Einführung des Euro-Bargelds zum Jahreswechsel 2001/2002 mehr als 162 Millionen D-Mark-Scheine und über 23 Milliarden D-Mark-Münzen nicht zurückgegeben. Gesamtwert: gut 12,1 Milliarden D-Mark (etwa 6,2 Mrd Euro). Etwas mehr als die Hälfte der Ende Dezember 2025 noch ausstehenden Summe machen Münzen aus (6,52 Milliarden D-Mark), beim Rest handelt es sich um Banknoten (5,61 Milliarden D-Mark).
Bundesbank tauscht alte Währung unbegrenzt um
Wer alte Scheine oder Münzen findet, kann sie kostenlos bei allen 31 Filialen der Bundesbank oder per Postweg über die Bundesbank-Filiale in Mainz zum Umtausch einreichen. Der Wechselkurs wurde mit der Einführung des Euro festgelegt: Für 1,95583 D-Mark erhält man einen Euro.
Deutschland ist eines von sieben Ländern im Euroraum, in denen der Umtausch von Scheinen und Münzen der alten nationalen Währung in Euro zeitlich unbegrenzt möglich ist. Das Gleiche gilt für Österreich, Irland, Estland, Lettland, Litauen und Bulgarien. In Belgien, Kroatien, Luxemburg, Slowenien und der Slowakei können Banknoten der abgelösten nationalen Währungen, jedoch keine Münzen, ebenfalls unbefristet in Euro umgetauscht werden. In den anderen neun Eurostaaten tauschen die Zentralbanken keine Alt-Währungen mehr um.








