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Dax leicht im Minus – Anleger warten auf US-Inflationszahlen

Der Dax hat es erneut vermieden, am Dienstag einen Test seiner jüngsten Bestmarke zu machen. Der deutsche Leitindex schloss mit einem Rückgang von 0,14 Prozent bei 18.716,42 Punkten. Bereits am Vortag gab es leichte Verluste im Dax, nachdem er am Freitag einen Rekord von knapp 18.846 Punkten erreicht hatte. Der MDax profitierte am Dienstag unter […]

Der Dax ist der wichtigste Aktienindex in Deutschland.
Foto: Fredrik von Erichsen/dpa

Der Dax hat es erneut vermieden, am Dienstag einen Test seiner jüngsten Bestmarke zu machen. Der deutsche Leitindex schloss mit einem Rückgang von 0,14 Prozent bei 18.716,42 Punkten. Bereits am Vortag gab es leichte Verluste im Dax, nachdem er am Freitag einen Rekord von knapp 18.846 Punkten erreicht hatte. Der MDax profitierte am Dienstag unter anderem von einem Kurssprung beim Index-Schwergewicht Delivery Hero. Der Index mit den mittelgroßen deutschen Aktien stieg um 1,47 Prozent auf 27.219,15 Zähler.

Die Investoren akzeptierten schließlich die Tatsache, dass der Preisanstieg der US-Erzeugerpreise im April zunahm. Für kurze Zeit schien es, als ob sie dies vor den erwarteten US-Inflationszahlen am nächsten Tag beunruhigte, doch letztlich relativierte sich der Einfluss. Die Anleger blieben jedoch vorsichtig hinsichtlich dessen, was am Mittwoch passieren könnte.

Analyst Christian Henke vom Broker IG schrieb, dass die Teuerung in den Vereinigten Staaten möglichst schnell und deutlich sinken sollte. Das Enttäuschungspotenzial sei beträchtlich, besonders wenn die Inflation nicht den Erwartungen des Marktes entspreche. In diesem Fall hätte die US-Notenbank kaum Gründe, die Zinsen zu senken.

Die Berichtssaison brachte bei Einzelwerten die Schwerpunkte. Im Dax enttäuschte Brenntag die Anleger, wie der Kursrutsch um 8,2 Prozent zeigte. Der Chemikalienhändler wird vorsichtiger, was den diesjährigen Ausblick betrifft. Rheinmetall legte im ersten Quartal dank des Rüstungsbooms zwar weiter zu, verfehlte aber etwas die Erwartungen des Marktes. Die zuletzt rekordhohen Papiere verloren 2,7 Prozent. Die Anteile des Versicherers Hannover Rück gaben nach Quartalszahlen um 3,5 Prozent nach.

Im MDax stiegen die Aktien von Delivery Hero um etwa 26 Prozent. Der Lieferdienst für Essen verkauft das Foodpanda-Geschäft in Taiwan an den Konkurrenten Uber, der außerdem knapp drei Prozent an Delivery Hero erwirbt. Die Aktionäre freuten sich über einen großen Zustrom an Liquidität. Fraport wurde mit 5,6 Prozent zum zweitgrößten Indexgewinner. Laut der JPMorgan-Expertin Elodie Rall war dies auf die Aussicht auf eine Erhöhung der Start- und Landegebühren im Jahr 2025 zurückzuführen. Der Windanlagenbauer Nordex überzeugte mit positiven operativen Zahlen, was zu einem Anstieg der Aktien um 4,1 Prozent führte.

Ein positiver Ausblick im SDax sorgte für Erleichterung bei den Nagarro-Anlegern, da laut Martin Comtesse von Jefferies Research dies nach negativen Aussagen eines US-Konkurrenten im Vorfeld nicht so eindeutig war. Die Aktien des IT-Dienstleisters stiegen im Nebenwerteindex um fast 23 Prozent. Anleger bei Verbio sind optimistisch für einen guten Jahresabschluss, was die Aktien des Herstellers von Biokraftstoffen um fast zehn Prozent steigen ließ.

Am Dienstag schloss der EuroStoxx 50 mit 5080,29 Punkten knapp im Plus. Die Länderindizes in Paris und London verzeichneten ebenfalls leichte Gewinne. An den US-Börsen herrschte wenig Bewegung, da die Veröffentlichung der Inflationszahlen bevorstand.

Der Euro wurde zuletzt mit 1,0821 US-Dollar gehandelt. Die Europäische Zentralbank legte den Referenzkurs bei 1,0796 US-Dollar fest (Montag: 1,0795). Somit kostete der Dollar 0,9262 Euro. Die Umlaufrendite am Rentenmarkt fiel von 2,57 Prozent am Vortag auf 2,56 Prozent. Der Rentenindex Rex blieb bei 124,36 Punkten konstant. Der Bund-Future sank um 0,31 Prozent auf 130,48 Zähler.

dpa