Am Mittwoch sind die Kurse am deutschen Aktienmarkt weiter gefallen. Der Dax erreichte zeitweise den niedrigsten Stand seit Anfang Dezember und schloss mit einem Minus von 0,84 Prozent bei 16.431,69 Punkten. Die Anlegerstimmung ist nach wie vor getrübt, da die Hoffnungen auf baldige Zinssenkungen in den USA bereits am Vortag gedämpft wurden. Auch der jüngste […]
Dax schließt im Minus

Am Mittwoch sind die Kurse am deutschen Aktienmarkt weiter gefallen. Der Dax erreichte zeitweise den niedrigsten Stand seit Anfang Dezember und schloss mit einem Minus von 0,84 Prozent bei 16.431,69 Punkten. Die Anlegerstimmung ist nach wie vor getrübt, da die Hoffnungen auf baldige Zinssenkungen in den USA bereits am Vortag gedämpft wurden. Auch der jüngste Konjunkturaufschwung in China zum Jahresende konnte die Anleger kaum beruhigen, da der Immobilienmarkt dort weiterhin unter Druck steht und der Konsum zurückhaltend ist.
Der MDax sank zur Wochenmitte noch stärker als der Dax. Der Index der mittelgroßen Werte verzeichnete einen Rückgang von 1,74 Prozent auf 25.250,06 Zähler.
Am Mittwoch sah es in ganz Europa düster aus. Der Eurozone-Leitindex EuroStoxx 50 fiel um 0,98 Prozent auf 4403,08 Punkte. Der Cac 40 in Paris verzeichnete ähnliche Verluste. Der FTSE 100 in London gab aufgrund einer erstmals seit längerem wieder gestiegenen Inflation noch etwas stärker nach. Der New Yorker Leitindex Dow Jones Industrial stand zum Ende des europäischen Handelstages nur noch knapp im Minus. Aufgrund der abnehmenden Hoffnung auf schnelle Zinssenkungen gerieten Technologiewerte jedoch unter Druck.
Am Nachmittag wurde bekannt gegeben, dass die US-Einzelhandelsumsätze stärker gestiegen sind als erwartet. Dies zeigt, dass der Konsum in den Vereinigten Staaten stark ist. Trotzdem werden die Währungshüter in den USA wahrscheinlich keine Eile haben, Zinssenkungen vorzunehmen, solange die Wirtschaft weiterhin robust ist. In letzter Zeit haben sich auch viele Notenbanker der Federal Reserve gegen die hohen Erwartungen an eine geldpolitische Lockerung gewehrt.
Am Mittwoch setzte sich der Abwärtstrend von Zalando im Dax fort und erreichte ein Rekordtief. Die Aktien verloren zum Handelsschluss 5,1 Prozent. Die Bank of America hat ihre Kaufempfehlung für die Papiere des Online-Modehändlers zurückgezogen. Zalando war im Jahr 2023 mit einem Minus von 35 Prozent die schwächste Aktie im Dax. Seit Anfang 2024 haben sie allein schon wieder rund 24 Prozent an Wert verloren und befinden sich somit erneut am Ende des Dax.
Die Aktien des Energiekonzerns RWE verloren 3,2 Prozent. Das «Manager Magazin» (MM) hatte berichtet, dass der Energiekonzern eine Übernahme des dänischen Windkraftspezialisten Orsted durchgespielt habe. Die Erwägungen seien aber Ende vergangenen Jahres gestoppt worden, schreibt das Blatt. Denn die dänische Regierung, mit 50,1 Prozent Mehrheitseigner von Orsted, habe Ablehnung signalisiert.
Die Aktien von Munich Re erhielten Auftrieb durch eine Kaufempfehlung der Schweizer Bank UBS und stiegen als stärkster Wert im Dax um 2,6 Prozent. Laut Analyst Will Hardcastle erscheint das Jahresziel des Rückversicherers für das Nettoergebnis vernünftig und könnte bereits einen Puffer für erwartete Leitzinssenkungen beinhalten.
Die Rüstungswerte setzten ihre Rallye fort – Rheinmetall im Dax erreichte erneut ein Rekordhoch und schloss den Tag mit einem Plus von 1,7 Prozent ab, während Hensoldt im MDax einen Tagesgewinn von 2,1 Prozent verzeichnete. Die zunehmenden kriegerischen Auseinandersetzungen in verschiedenen Regionen der Welt führen dazu, dass Staaten ihre Aufrüstung verstärken.
Die Aktien des Wechselrichterherstellers SMA Solar fielen um fast acht Prozent in einem trüben Umfeld für Solarwerte. Meyer Burger sorgte für schlechte Stimmung in der Branche. Die Schweizer sagten, dass die Solarproduktion in der Region angesichts des sich verschlechternden europäischen Marktumfelds vorerst nicht weiter tragbar sei. Deutsche Solarhersteller warnen bereits seit längerem vor billigen Modulen aus China und verweisen auf deutlich bessere Bedingungen in den USA.
Der Euro erreichte den niedrigsten Stand seit etwa einem Monat und wurde zuletzt mit 1,0855 Dollar gehandelt. Die Europäische Zentralbank (EZB) legte den Referenzkurs am Nachmittag auf 1,0877 (Dienstag: 1,0882) Dollar fest. Somit betrug der Wert des Dollars 0,9193 (0,9189) Euro.
Die Umlaufrendite am Rentenmarkt stieg von 2,21 Prozent am Vortag auf 2,26 Prozent an. Der Rentenindex Rex sank um 0,19 Prozent auf 125,87 Punkte. Der Bund-Future fiel um 0,31 Prozent auf 134,29 Zähler.








