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Rekordhoch am Aktienmarkt: Dax über 23.000 Punkte

Deutsche Leitindex steigt auf fast 16 Prozent Jahresplus. Rüstungs-Highflyer Rheinmetall führt an, Autowerte gefragt.

Erst am 11. Februar war der Dax über die Marke von 22.000 Zählern gestiegen, nun ist der nächste große Schritt gemacht.
Foto: Daniel Reinhardt/dpa

Der Dax hat zum ersten Mal die Marke von 23.000 Punkten überschritten. Dadurch erhöhte er sein Jahresplus auf fast 16 Prozent. Zuletzt lag der deutsche Leitindex bei 23.158,47 Punkten und verzeichnete einen Zuwachs von 2,69 Prozent.

Der Rüstungs-Highflyer Rheinmetall führt den Anstieg an, dessen Aktien zwischenzeitlich fast 1.200 Euro kosteten. Die Aussicht auf ein Sondervermögen für die Bundeswehr und steigende Verteidigungsausgaben europäischer Nato-Staaten gibt den Aktien kräftigen Auftrieb.

Des Weiteren waren Automobilwerte gefragt. Aufgrund der drohenden CO2-Strafen plant EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen, den Autobauern mehr Zeit zu geben, um die EU-Vorgaben einzuhalten. Sie wird noch in diesem Monat eine gezielte Änderung der CO2-Normen in Brüssel vorschlagen.

Die Aktien der Rüstungsbranche sind weiter gestiegen, da die Hoffnung auf ein neues Sondervermögen für Rüstung in Deutschland sowie steigende Verteidigungsausgaben in Europa besteht.

Die Spannung zwischen dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj und US-Präsident Donald Trump am Freitag führte zu dieser Eskalation. Statt eines Rohstoffabkommens mit den USA, das Trump als Gegenleistung für bisherige US-Militärhilfen ansieht, sowie eines Friedensabkommens mit Russland, für das Selenskyj Sicherheitsgarantien verlangte, wurde die Situation verschärft. Die Gespräche wurden abgebrochen.

Trotz der Wirtschaftskrise und der Zolldrohungen von Donald Trump, der zuletzt Autoimporte in die USA ins Visier nahm, steigen die Aktien weiter. Die Nachrichten aus Brüssel haben die Kurse angetrieben. Angesichts drohender CO2-Strafen plant EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen, den Autobauern mehr Zeit zu geben, um die EU-Vorgaben einzuhalten. Noch in diesem Monat werde sie in Brüssel eine gezielte Änderung der CO2-Normen vorschlagen.

Nachholbedarf bei europäischen Aktien

Europäische Aktien haben seit Jahresbeginn eine viel bessere Performance gezeigt als in den USA – aufgrund solider Unternehmenszahlen, der weiterhin aktienfreundlichen Zinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) und der im Vergleich zu US-Aktien niedrigeren Bewertungen.

Die Börse wird auch durch die Erwartung sinkender Zinsen in der Eurozone angetrieben, mit denen die EZB die schwache Konjunktur ankurbeln will. Die Inflationssorgen haben in letzter Zeit abgenommen, viele Ökonomen erwarten mehrere Zinssenkungen der EZB bis zum Sommer.

Für Aktionäre sind die Aussichten auf niedrigere Zinsen gute Nachrichten. Aktien werden dann im Vergleich zu festverzinslichen Wertpapieren wieder attraktiver. Kredite werden billiger, Unternehmen können sich daher einfacher finanzieren und Bauherren bekommen günstigere Darlehen. Investitionen werden insgesamt bezahlbarer, was die Wirtschaft unterstützt.

Börsenrally trotz Wirtschaftskrise

Die Rallye an den Börsen steht im klaren Gegensatz zur Wirtschaftskrise in Deutschland. Die Investoren richten oft ihren Blick jedoch nicht unbedingt auf die aktuelle Lage, sondern auf zukünftige Gewinne. Außerdem sind 40 der im Dax gelisteten Unternehmen international tätig.

dpa