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Nvidia beflügelt Dax trotz Zinssorgen

Die überraschend gute Stimmung in der US-Wirtschaft dämpfte die Hoffnung der Anleger auf Zinssenkungen erneut. Der Gesamtindex stieg auf den höchsten Stand seit zwei Jahren.

Der Dax ist der wichtigste Aktienindex in Deutschland.
Foto: Fredrik von Erichsen/dpa

Im Angesicht der starken Nvidia-Zahlen und der weiter schwindenden Aussichten auf Zinssenkungen in den USA schloss der Dax knapp im Plus. Der Leitindex blieb wie in den vorherigen Tagen im Bereich von 18.600 bis 18.900 Punkten und beendete den Tag mit einem Anstieg um 0,06 Prozent bei 18.691 Punkten. Der MDax stieg um 0,18 Prozent auf 27.194 Zähler.

Die positive Stimmung in der US-Wirtschaft überraschte die Anleger und dämpfte erneut die Hoffnung auf Zinssenkungen. Der Gesamtindex erreichte den höchsten Stand seit zwei Jahren, obwohl Volkswirte einen leichten Rückgang erwartet hatten.

Nvidia Rekordlauf

Bereits am Vorabend hatte es im Sitzungsprotokoll der US-Notenbank Fed nicht die erhofften Signale für eine baldige Senkung des Leitzinses gegeben. Laut der NordLB ist der Grad der Unsicherheit über den weiteren Kurs ihrer Geldpolitik damit etwas gestiegen. «War man sich im Markt gemeinhin sicher, dass dieses Jahr mit Zinssenkungen zu rechnen sei, so werden andere Optionen wieder präsenter», sagte NordLB-Analyst Constantin Lüer.

Die Begeisterung über die Entwicklung von Nvidia wurde erneut deutlich. Der Vorreiter im Bereich Künstliche Intelligenz übertraf erneut die Erwartungen und kündigte eine starke Dividendenanhebung an. Dies führte nicht nur zu einem erneuten Höchststand des Nvidia-Aktienkurses, sondern auch an der US-Technologiebörse Nasdaq. In New York überholte diese die schwachen Standardwerte im Dow Jones Industrial.

Die anhaltend starke Geschäftsentwicklung von Nvidia beflügelte auch den europäischen Technologiesektor. Die Aktien des Chipherstellers Infineon stiegen um ein Prozent. In der erweiterten Liste verzeichneten Aixtron, Elmos und Süss Microtec Kursgewinne zwischen 2,8 und 5,2 Prozent.

Die MTU-Aktie wurde jedoch zum Spitzenreiter im Dax, da sie im Kielwasser eines starken Jahresauftakts des Konkurrenten Rolls-Royce um 3,2 Prozent anzog. Aufgrund der Zinsunsicherheit wurden Immobilienwerte gemieden: Vonovia waren mit minus zwei Prozent einer der größten Dax-Verlierer.

Weitere Details

Eine angekündigte Übernahme im MDax führte zu einem Kursanstieg von 12,7 Prozent bei den zuletzt schwächelnden Aktien von Gerresheimer. Der Spezialverpackungshersteller plant, sein Pharmageschäft durch eine 800 Millionen Euro schwere Übernahme in Italien auszubauen.

Die Aktien von CTS Eventim stiegen nach den Quartalszahlen des Eventvermarkters um fast fünf Prozent, zwischenzeitlich erreichten sie sogar ein Rekordhoch. Der Anstieg des operativen Gewinns übertraf die Erwartungen des Marktes. Laut der US-Bank JPMorgan verlief das erste Quartal des Jahres stark. Der Ausblick für das Jahr bleibt weiterhin konservativ.

Im MDax gab es ansonsten noch Analystenkommentare, die den Kurs beeinflussten: Eine Kaufempfehlung der britischen Bank HSBC ließ die Jungheinrich-Aktien um fünf Prozent steigen. Dagegen sanken die Titel von Carl Zeiss Meditec um 2,7 Prozent, nachdem die Investmentbank Goldman Sachs sie zum Verkauf empfohlen hatte.

Der EuroStoxx 50, der Aktien aus der Eurozone abdeckt, stieg um 0,25 Prozent auf 5038 Punkte. In Paris verzeichnete der Leitindex geringe Gewinne, während der in London um 0,4 Prozent zurückging.

Der Euro wurde zuletzt zu 1,0827 Dollar gehandelt. Der Referenzkurs der Europäischen Zentralbank lag bei 1,0854 (Mittwoch: 1,0830) US-Dollar. Somit kostete der Dollar 0,9213 Euro.

Die Umlaufrendite am Rentenmarkt stieg von 2,59 Prozent am Vortag auf 2,62 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,16 Prozent auf 123,94 Punkte. Der Bund-Future verlor 0,44 Prozent auf 129,90 Zähler.

dpa