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Preiserhöhungen in der Gastronomie nach Mehrwertsteuer-Rückkehr

Kostensteigerungen zwingen Betriebe zu Preiserhöhungen, Umsatz steigt minimal trotz Konsumzurückhaltung der Gäste.

Dehoga fordert, dass Essen einheitlich mit sieben Prozent besteuert werden müsse.
Foto: Paul Zinken/dpa

Betriebe haben nach der Rückkehr der Mehrwertsteuer auf 19 Prozent in der Gastronomie laut Branchenverband Dehoga ihre Preise angehoben.

«Die deutlich gestiegenen Kosten für Lebensmittel und Personal ließen ihnen keine andere Wahl», teilte eine Verbandssprecherin mit Blick auf die Änderung seit Jahresbeginn mit. «Nach drei Jahren Corona mit historischen Umsatzverlusten können derartige Kostensteigerungen nicht abgefangen werden.»

Steuererhöhung trifft Familienbetriebe

Der Satz für Speisen in Restaurants oder Cafés wurde während der Corona-Pandemie vorübergehend von 19 auf 7 Prozent gesenkt, um die Branche zu entlasten. Aufgrund der Energiekrise wurde diese Ausnahmeregelung mehrmals verlängert, zuletzt bis Ende 2023. Für Getränke blieb es jedoch bei 19 Prozent.

Die Steuererhöhung treffe kleine und mittlere Familienbetriebe, vor allem in ländlichen Regionen, besonders stark. «Viele unserer Betriebe berichten von einer wachsenden Preissensibilität und Konsumzurückhaltung der Gäste», so die Dehoga-Sprecherin.

«Gäste kommen seltener, sie konsumieren weniger und verzichten auf die Vorspeise oder den Nachtisch.» Es gebe jedoch auch viele Gäste, die den Betrieben die Treue hielten. «Ihnen ist das Treffen mit Freunden in der Kneipe und das Essen im Restaurant weiterhin als Auszeit vom Alltag sehr wichtig.»

Forderung von Dehoga

Laut dem Statistischen Bundesamt stieg der Umsatz im Januar gegenüber dem Vormonat Dezember bereinigt um Preiserhöhungen (real) um 0,8 Prozent. Unter Einbeziehung von Preiserhöhungen (nominal) sanken die Erlöse jedoch um 0,5 Prozent.

Dehoga fordere zudem, dass Essen einheitlich mit sieben Prozent besteuert werden müsse. «Es ist absurd, dass für das Essen in der Gastronomie wieder 19 Prozent Mehrwertsteuer gelten, während das Essen To Go, der Fertigsalat aus dem Supermarkt und die Essenslieferung weiterhin mit 7 Prozent besteuert wird», betonte die Sprecherin.

dpa