Mit der Corona-Pandemie ist auch der Ausbildungsmarkt in Deutschland in die Knie gegangen. Er erholt sich nur langsam – zumal laut einer Studie Jugendliche und Firmen immer schwieriger zueinander finden.
Der Ausbildungsmarkt erholt sich

Der Ausbildungsmarkt, der in den Jahren der Corona-Pandemie stark rückläufig war, erholt sich langsam, erreicht aber immer noch nicht das Niveau des Jahres 2019 vor der Pandemie. Das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) in Bonn gab bekannt, dass in diesem Jahr bundesweit 489.200 duale Ausbildungsverträge neu abgeschlossen wurden – das sind 14.000 oder 3,0 Prozent mehr als im Vorjahr. Seit 2020 ist die Anzahl der neuen Ausbildungsverträge um etwa 21.700 oder 4,6 Prozent gestiegen. Insgesamt liegt die Anzahl der Neuabschlüsse jedoch immer noch um 35.900 Verträge oder 6,8 Prozent unter dem Niveau von 2019.
Gemäß den Angaben stieg die Nachfrage nach einer dualen Ausbildung in diesem Jahr nach den Rückgängen der vergangenen Jahren um 17.300 auf 552.900. Das Angebot an Ausbildungsstellen erhöhte sich ebenfalls um 18.600 auf 562.600. Damit übertraf das Angebot zum zweiten Mal in Folge die Nachfrage der Jugendlichen. Die Daten stammen aus einer eigenen Erhebung neu abgeschlossener Ausbildungsverträge zum Stichtag 30. September sowie aus der Ausbildungsmarktstatistik der Bundesagentur für Arbeit, wie vom BIBB angegeben.
Die Experten stellten fest, dass Jugendliche und Unternehmen immer schwieriger zueinander fanden. Die Anzahl der unbesetzten Ausbildungsstellen und erfolglos suchenden Jugendlichen sei gestiegen. In diesem Jahr blieben rund 73.400 oder 13,4 Prozent der Ausbildungsstellen unbesetzt, was ein neuer Höchstwert sei. Ebenso blieben 63.700 oder 11,5 Prozent der Jugendlichen erfolglos bei ihrer Suche nach einer Ausbildung.
Um diese Quoten zu senken, muss nach Ansicht von BIBB-Präsident Friedrich Hubert Esser die Berufsorientierung Jugendliche besser erreichen und die Mobilität von Auszubildenden stärker unterstützt werden. «Auch Klein- und Kleinstbetriebe brauchen mehr Unterstützung, wenn es um die jugendgerechte Akquise von Schulabgängerinnen und Schulabgängern geht, vor allem bei der digitalen Kommunikation in den sozialen Netzwerken», sagte Esser.
Einer weiteren BIBB-Studie auf Basis von Angaben von rund 1600 Ausbildungsbetrieben zufolge nutzten die Unternehmen im vergangenen Jahr im Schnitt fünf bis sechs Rekrutierungskanäle, um an Azubis zu kommen. Ganz vorne lägen dabei indirekte Kanäle wie Arbeitsagenturen (75 Prozent) oder soziale Medien. Die Studie kommt dabei zu dem Schluss: Viele indirekte Rekrutierungskanäle führten zwar zu vielen Bewerbungen. Das Risiko, Ausbildungsplätze nicht besetzen zu können, sinke dadurch aber nicht. «Als erfolgversprechender erweisen sich hauptsächlich direkte, persönliche Wege für die Suche nach zukünftigen Auszubildenden», erklärte das BIBB.








