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Deutsche Plastikmüll-Exporte nach Asien steigen dramatisch

Im vergangenen Jahr wurden 158.000 Tonnen Kunststoff-Abfälle aus Deutschland nach Asien verschifft, ein Anstieg um fast die Hälfte.

Jedes Jahr werden in Deutschland mehr als sechs Millionen Tonnen Kunststoff-Abfälle verwertet, der Anteil der Asien-Ausfuhren daran ist gering.
Foto: Rolf Vennenbernd/dpa

Laut einer Statistik sind die deutschen Exporte von Plastikmüll nach Asien im letzten Jahr um fast die Hälfte gestiegen.

Laut dem Entsorgungsverband BDE wurden im Jahr 2023 etwa 158.000 Tonnen Kunststoffabfälle aus Deutschland nach Asien verschifft, was etwa 51.000 Tonnen mehr sind als im Vorjahr. Bereits im Jahr 2022 waren die Exporte gestiegen, damals jedoch nur um sechs Prozent. Es handelt sich um Ausfuhren in Länder wie Malaysia, Indonesien und Vietnam.

Umweltschützer warnen

In Deutschland werden jedes Jahr über sechs Millionen Tonnen Kunststoffabfälle recycelt. Der Anteil der Exporte nach Asien ist gering. Diese Abfälle werden nicht als Müll betrachtet, sondern als Rohstoffe, die zur Herstellung von Textilien, Straßenpollern oder Bänken verwendet werden.

In Zeiten der Globalisierung ist es aus Sicht der Entsorgungswirtschaft normal, eine gewisse Menge solcher Exporte zu haben. Schließlich können dadurch Rohstoffbedürfnisse in anderen Teilen der Welt befriedigt werden und es entsteht ein wirtschaftlicher Mehrwert, wenn die Anwendung sachgerecht erfolgt.

Umweltschützer betonen jedoch, dass die Vorschriften und Kontrollen in ärmeren Ländern weniger streng sind und solche Exporte manchmal tatsächlich als Abfall in der Landschaft und den Meeren enden. Die Organisation Greenpeace setzt sich für ein Verbot solcher Exporte ein.

dpa