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Deutsche-Bank-Chef warnt vor wachsendem Rechtsextremismus in Deutschland

Hass und Rassismus gefährden den Wirtschaftsstandort und das Vertrauen ausländischer Investoren in deutsche Werte und Strukturen.

Für den Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing gibt es aus wirtschaftlicher Sicht viele Gründe, um ein Zeichen gegen Hass und Rassismus zu setzen.
Foto: Arne Dedert/dpa

Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing hat vor den Gefahren eines wachsenden Rechtsextremismus in Deutschland gewarnt – auch für den hiesigen Wirtschaftsstandort. «Hass und Rassismus dürfen bei uns keinen Platz haben», sagte Sewing, der auch Präsident des Bundesverbandes deutscher Banken (BdB) ist, in einem vorab veröffentlichten Interview der «Welt am Sonntag».

Auch aus wirtschaftlicher Sicht gebe es viele Gründe, ein Zeichen dagegen zu setzen, sagte Sewing: «Ausländische Investoren engagieren sich in Deutschland auch wegen seiner verlässlichen demokratischen Werte und Strukturen. Sie fragen bereits, ob sie auf diese langfristig vertrauen können.» Den Fachkräftemangel werde Deutschland zudem nur in den Griff bekommen, «wenn wir ein attraktives Ziel für qualifizierte Arbeitnehmer aus dem Ausland darstellen».

Sewing: «Dexit»-Gedankenspiele «brandgefährlich»

Überlegungen zu einem Austritt Deutschlands aus der Europäischen Union («Dexit») analog zum Austritt der Briten («Brexit») halte er «für brandgefährlich, unüberlegt und wirtschaftlichen Unsinn», betonte Sewing. Die negativen Folgen des «Brexits» für die britische Wirtschaft seien allzu offensichtlich, Europa sei «der größte Trumpf, den wir im globalen Wettbewerb haben».

Alice Weidel, die Vorsitzende der AfD, äußerte kürzlich in einem Interview, dass eine von ihrer Partei geführte Regierung bestrebt wäre, die EU zu reformieren und den Mitgliedstaaten mehr Souveränität zurückzugeben. Sollte dieses Vorhaben nicht den gewünschten Erfolg bringen, sollte es ihrer Meinung nach auch in Deutschland ein Referendum über den Verbleib in der EU geben, ähnlich wie 2016 in Großbritannien.

Ökonomen warnen vor Abschottung

Mehrere deutsche Ökonomen kritisierten am Wochenende im «Spiegel» die wirtschaftspolitischen Ziele der Partei. «Das zentrale Problem ist, dass die AfD auf Abschottung und Autarkie setzt, was deutsche Wettbewerbsvorteile zunichtemacht», sagte etwa Clemens Fuest, der Chef des Münchner Ifo-Instituts.

Dies stehe «in diametralem Widerspruch zu der tiefen Integration Deutschlands in die Weltwirtschaft.» Das Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung wies darauf hin, dass nach seinen Berechnungen Besserverdienende und nicht kleine Leute profitierten, würden die Forderungen der Partei zur letzten Bundestagswahl umgesetzt.

dpa