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Deutsche-Bank-Chef Sewing warnt vor «Ära ohne Wachstum»

Der Bankmanager mahnt, Deutschland müsse eine dauerhafte Wirtschaftskrise verhindern. Die Folgen wären verheerend, sagt er mit Blick auf die Landtagswahlen 2026.

Deutsche-Bank-Chef Sewing richtet einen dringenden Appell an Politik und Beschäftigte. (Archivbild)
Foto: Arne Dedert/dpa

„Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing warnt davor, dass es in Deutschland zu einer langanhaltenden wirtschaftlichen Flaute kommen könnte und fordert eine verstärkte Beteiligung der Politik sowie der einzelnen Arbeitnehmer.“

«Ohne tiefgreifende Reformen riskieren wir, dass das Potenzialwachstum in Deutschland bis Ende des Jahrzehnts auf null sinkt», sagte Sewing am Montagabend bei einem Empfang der Deutschen Bank in Berlin. «Das wäre der Beginn einer strukturellen Stagnation – einer Ära ohne Wachstum. Und jeder kleine Rückschlag würde eine Rezession bedeuten.»

Zugleich warnte Sewing vor politischen Folgen. «Eine starke Wirtschaft ist kein Allheilmittel. Aber sie ist das Fundament für gesellschaftlichen Zusammenhalt und demokratische Stabilität», sagte Sewing mit Blick auf fünf Landtagswahlen 2026. «Ein weiteres Erstarken populistischer Kräfte wäre eine schwere Belastung – für unsere demokratischen Institutionen ebenso wie für unsere Wirtschaft, die auf Offenheit und ein geeintes Europa ausgerichtet ist.»

«Work-Life-Balance darf nicht zur Ausrede werden»

Für eine stärkere Wirtschaft müssten die Menschen in Deutschland wieder mehr zupacken, sagte Sewing. In Deutschland werde weniger gearbeitet als in vielen anderen Ländern. Es brauche eine stärkere Leistungsmentalität. «Ja, Work-Life-Balance ist wichtig. Aber sie darf nicht zur Ausrede für weniger Ehrgeiz werden.»

Die Bundesregierung habe bereits Reformen angestoßen und der Wille zu weiteren Reformen sei erkennbar. Aber für einen umfassenden, dauerhaften Aufschwung brauche es mehr – «mehr Tempo und vor allem mehr private Initiative». 

Als wichtigen Hebel bezeichnete Sewing ein stärkeres Europas durch die Vollendung des Binnenmarkts. Zudem würden mehr Freihandelsabkommen gebraucht und eine «radikale Reformagenda für Deutschland», dazu gehörten mehr Flexibilität am Arbeitsmarkt, eine Reform der Sozialsysteme, besonders der Rente und schnelle Steuerentlastungen für Unternehmen.

dpa