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Deutsche-Bank-Tochter DWS zahlt Millionen wegen Greenwashing

Hat die DWS grüne Finanzprodukte als «grüner» verkauft als diese tatsächlich sind? Mit einer weiteren Millionenzahlung will die Fondsgesellschaft einen Schlussstrich unter einen Rechtsstreit ziehen.

Justiz verhängt Millionenbuße gegen DWS. (Archivbild)
Foto: Arne Dedert/dpa

Die Deutsche-Bank-Fondsgesellschaft DWS muss auch in Deutschland eine Millionenbuße wegen «Greenwashing»-Vorwürfen zahlen. Die Staatsanwaltschaft Frankfurt, die wegen des Anfangsverdachts des Kapitalanlagebetrugs ermittelte, verhängte ein Bußgeld von 25 Millionen Euro. Der DWS wird schon länger vorgeworfen, sogenannte grüne Finanzprodukte als «grüner» verkauft zu haben als diese tatsächlich sind – «Greenwashing» also.

«Wir begrüßen es, dass die Untersuchungen der Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main gegen die DWS nunmehr abgeschlossen sind», teilte die DWS mit. «Dass unser Marketing in der Vergangenheit teilweise überschwänglich war, haben wir in den vergangenen Jahren bereits öffentlich gesagt. Wir haben die internen Dokumentations- und Kontrollprozesse bereits verbessert und werden auch weiterhin daran arbeiten, hier weitere Fortschritte zu machen.»

In den letzten Jahren hat die Nachfrage von Investoren nach nachhaltigen Anlagen zugenommen. Großanleger legen mehr Wert auf saubere Geldanlagen – auch auf Druck der EU, die mit ihrer Taxonomie ein Art Gütesiegel für nachhaltige Finanzprodukte geschaffen hat. Die Fondsbranche hat eine Vielzahl von ESG-Produkten auf den Markt gebracht. Allerdings ist es für Außenstehende teilweise unklar, was genau als nachhaltige Anlagen zählt.

DWS-Zentrale mehrmals durchsucht

Staatsanwälte haben mehrmals Büros der Fondsgesellschaft in Frankfurt durchsucht, um Beweismaterial zu finden. Die DWS hat die Vorwürfe immer bestritten. Im Juni 2022 wurde jedoch der Chef ausgetauscht: Stefan Hoops, ein Manager der Deutschen Bank, folgte auf Asoka Wöhrmann.

Die DWS hatte von Mitte 2020 bis Ende Januar 2023 intensiv für Produkte mit ökologischen und sozialen Merkmalen (ESG) geworben. ESG steht für Environment (Umwelt), Social (Soziales) und Governance (gute Unternehmensführung) und soll die Berücksichtigung von ökologischen und sozialen Aspekten in Unternehmen verdeutlichen.

Nach Erkenntnissen der Frankfurter Staatsanwaltschaft war allerdings der gegenüber dem Kapitalmarkt erweckte Eindruck einer marktführenden Position der DWS Group nicht erfüllt: Marketingaussagen wie «ESG ist ein fester Bestandteil unserer DNA» hätten nicht der Realität entsprochen.

Millionen-Bußgeld auch in den USA

Auch in den USA hatten Behörden wegen der «Greenwashing»-Vorwürfe ermittelt. Ende September 2023 verdonnerte die US-Börsenaufsicht SEC die DWS «für Verstöße gegen Anti-Geldwäsche-Richtlinien und falsche Angaben zu ESG-Investitionen» zur Zahlung von 25 Millionen Dollar (damals 23,5 Mio Euro).

dpa