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Deutsche Mode im Ausland weniger gefragt

Viele Menschen sparen beim Kauf von Modeartikeln. Die deutschen Bekleidungshersteller haben 2024 weniger Geschäft gemacht. In einem besonders wichtigen Bereich lief es sogar deutlich schlechter.

Die Umsätze der deutschen Modehersteller sanken im Ausland deutlich stärker als im Inland. (Symbolbild)
Foto: Christoph Soeder/dpa

Ein Einbruch im wichtigen Auslandsgeschäft bereitet der deutschen Bekleidungsindustrie große Sorgen. Die Entwicklung sei «besorgniserregend», sagte der Hauptgeschäftsführer des Modeverbandes GermanFashion, Thomas Lange.

Im Jahr 2024 sind die Auslandsumsätze nominal um 7,5 Prozent gesunken, ohne Berücksichtigung von Preisveränderungen. Auch der Export in EU-Nachbarländer wie Frankreich, Italien, Belgien und Tschechien ist rückläufig. Viele stationäre Geschäfte mussten schließen, was zu weniger Abnehmern führte. Ein Grund dafür ist die Beliebtheit asiatischer Portale wie Shein und Temu, die die Verbraucher direkt mit Waren versorgen, sagte Lange.

Der Export, auf den 40 Prozent des Gesamtumsatzes entfallen, gilt als «Erfolgsmotor der Branche». Die echten Gewinne werden im Ausland gemacht, heißt es. Die größten Exportmärkte waren zuletzt unverändert Polen, Schweiz und Österreich. Einigermaßen stabil verlief das Inlandsgeschäft (-0,9 Prozent).

Umsatz-Plus bei Berufs- und Schutzbekleidung

Auch aufgrund der stark gestiegenen Preise konnten die Hersteller im letzten Jahr ihre Erlöse noch deutlich steigern. Nun verzeichnen sie jedoch ein Minus. Der Gesamtumsatz sank nominal um 3,7 Prozent auf 6,6 Milliarden Euro. Besonders stark betroffen war die wichtigste Kategorie Oberbekleidung, zu der Pullover, T-Shirts, Hemden, Blusen, Hosen, Jacken und Kleider gehören. Immerhin konnten die Unternehmen ihre Umsätze bei Berufs- und Schutzbekleidung steigern.

Die Branche ist laut Verbandspräsident Oliver Seidensticker nicht optimistisch gestimmt. Im Jahr 2024 gab es mehr Insolvenzen und Geschäftsaufgaben als im Vorjahr. Der bekannteste Name war Esprit. Die Anzahl der Bekleidungshersteller mit mindestens 50 Mitarbeitern ist um 7 Prozent auf 77 gesunken. Bei kleineren Unternehmen war der Rückgang noch größer. GermanFashion vertritt etwa 350 Unternehmen aus der Branche, darunter Hugo Boss, Adidas, Brax und Marc O’Polo.

Derzeit haben auch Modehändler in Deutschland mit schwierigen Zeiten zu kämpfen. Die Branche leidet darunter, dass viele Kunden sparen. Außerdem beklagen die Unternehmen hohe Kosten für Energie, Miete und Gehälter.

dpa