Der Landmaschinen-Hersteller Herbert Dammann GmbH aus Buxtehude hat Insolvenz angemeldet. Hohe Produktionskosten und sinkende Erzeugerpreise gefährden nicht nur 140 Arbeitsplätze, sondern auch die Existenz des traditionsreichen Unternehmens.
Deutscher Hersteller für Agrarprodukte ruft Insolvenz ins Leben

Buxtehude (Niedersachsen) – Die deutsche Landwirtschaft sieht sich gegenwärtig mit erheblichen Herausforderungen konfrontiert: Hohe Produktionskosten, strenge Vorschriften und sinkende Erzeugerpreise setzen viele Betriebe unter Druck. Diese Situation hat zur Folge, dass die Investitionsbereitschaft in neue Maschinen stark zurückgegangen ist. In diesem Kontext hat ein bedeutender Hersteller Insolvenz angemeldet.
Betroffen ist die Herbert Dammann GmbH mit Sitz in Buxtehude, Niedersachsen. Das Familienunternehmen ist auf die Herstellung von Fahrzeugen und Geräten für die Bereiche Pflanzenschutz, Flughafen- und Kommunaltechnik spezialisiert. Es hat sich einen Namen gemacht durch die präzise Verteilung von Flüssigkeiten und zählt zu den führenden Anbietern in der Branche. Dennoch sieht sich der 1979 gegründete Pionier nun mit finanziellen Schwierigkeiten konfrontiert.
Ursachen der Insolvenz
Der Umsatz des Unternehmens belief sich zuletzt auf etwa 35 Millionen Euro. Laut Unternehmensangaben hat eine anhaltende Marktschwäche in der Landwirtschaft und der Landmaschinentechnik zu einem signifikanten Rückgang der Auftragseingänge und einer verminderten Auslastung geführt. Diese Problematik betrifft viele Unternehmen in der deutschen Wirtschaft.
Stellungnahme des Unternehmens
Die Geschäftsführerin Nadine Dammann, die das Unternehmen in zweiter Generation leitet, äußerte sich zuversichtlich über die Möglichkeit, die wirtschaftliche Krise eigenständig zu bewältigen:
„Wir werden wie gewohnt weitermachen und gestärkt aus dieser Situation hervorgehen.“
Die Insolvenz wurde in Eigenverwaltung angemeldet, was bedeutet, dass die Geschäftsführung weiterhin im Amt bleibt und die Sanierung selbst steuert, jedoch unter der Aufsicht eines gerichtlich bestellten Sachwalters.
Ausblick auf die Zukunft
Der mit der Insolvenz beauftragte Rechtsanwalt Prof. Dr. Per Hendrik Heerma erklärte:
„Dammann verfügt nach meinem ersten Eindruck über hoch qualifizierte Mitarbeiter sowie eine in der Branche anerkannte Produktqualität.“
Neben geplanten Restrukturierungsmaßnahmen wird in den kommenden Tagen nach Investoren gesucht. Zur Unterstützung der Geschäftsführung wurde zudem der Sanierungsexperte Dr. Jörg Grau als Generalbevollmächtigter eingesetzt.
Nach Angaben des Unternehmens wird der Geschäftsbetrieb, einschließlich Produktion, Ersatzteilservice und Kundendienst, trotz der Insolvenz vorerst planmäßig fortgeführt. Die Mitarbeiter wurden bereits über die nächsten Schritte informiert. Sachwalter Heerma betonte:
„Das Ziel ist es, gemeinsam mit allen Beteiligten tragfähige Perspektiven zu entwickeln.“
Die Löhne und Gehälter der rund 140 Beschäftigten sind bis einschließlich Juli 2026 durch das Insolvenzgeld gesichert.
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