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Deutsche reisen wieder mehr – allen Krisen zum Trotz

Viele Menschen hierzulande fiebern monatelang dem Urlaub entgegen. Das zeigt sich beim Buchen: Frühbuchen ist in. Was deutsche Touristen noch auszeichnet, weiß die Stiftung für Zukunftsfragen.

Die Deutschen verreisen gern - am liebsten in Deutschland. (Archivbild)
Foto: Thomas Frey/dpa

Die Deutschen sind nach wie vor reiselustig, trotz der Krisen in der Welt und wirtschaftlicher Unsicherheiten. Dies zeigt die 41. Tourismusanalyse der Stiftung für Zukunftsfragen, egal ob es nach Bayern, Mallorca oder an die Ostsee geht.

So hätten 63 Prozent der Befragten im vergangenen Jahr eine mindestens fünftägige Reise unternommen, sagte Ulrich Reinhardt, der wissenschaftliche Leiter der Stiftung, der Deutschen Presse-Agentur in Hamburg. Das waren so viele wie seit fast 20 Jahren nicht mehr «Trotz aller Krisen ist die Reiselust der Deutschen ungebrochen.» 2023 waren es 61 Prozent. «Urlaub scheint die populärste Form des Glücks auch in Krisenzeiten zu sein.» 

Bayern und Mecklenburg-Vorpommern beliebt

In den meisten Fällen entschieden sich die Reisenden für eine Reise innerhalb ihres eigenen Landes. 36,2 Prozent der Befragten wählten Deutschland als Ziel für ihren Haupturlaub. Besonders beliebt für mehrtägige Auszeiten sind Regionen in der Nähe von Bergen oder der Ostsee: Am häufigsten entschieden sich die Menschen für eine Unterkunft in Bayern (6,6 Prozent) und Mecklenburg-Vorpommern (5,6 Prozent). Danach kommen Baden-Württemberg (4,7) und Niedersachsen (4,1).

Spanien ist und bleibt Lieblingsziel in Europa

Laut der Umfrage reisten diejenigen, die lieber ins europäische Ausland wollten, am liebsten nach Spanien. Obwohl der Anteil im Vergleich zu 2014 deutlich gesunken ist, bleibt Spanien nach wie vor das bevorzugte Reiseziel der Deutschen in Europa. Im vergangenen Jahr hatten 9,1 Prozent der Befragten dort Urlaub gemacht. 2014 waren es noch 14,4 Prozent.

Italien hat sich stabil auf dem zweiten Platz mit 6,6 Prozent der Reisenden positioniert. Danach kommen die Türkei (5,8 Prozent) und Skandinavien (4,6 Prozent). Norwegen, Finnland und Schweden, die skandinavischen Länder, haben in den letzten zehn Jahren stark an Beliebtheit bei Urlaubern gewonnen. Im Jahr 2014 hatten nur 2,4 Prozent der Reisenden die nordischen Länder für ihren Jahresurlaub gewählt.

Des Weiteren entschieden sich im letzten Jahr viele Deutsche für eine Fernreise – 16 Prozent der Reisenden bevorzugten es, ihre Auszeit auf anderen Kontinenten zu verbringen. Besonders beliebt waren dabei Länder in Asien.

Zwei Drittel haben schon für 2025 gebucht

Laut der Umfrage bleibt die Reiselust auch im Jahr 2025 ungebrochen. Bereits jetzt haben zwei Drittel der Menschen ihren Urlaub fest eingeplant. Dabei entscheiden sich die meisten – 36 Prozent – für das Frühbuchen.

Für die 41. Tourismusanalyse der Stiftung für Zukunftsfragen sind im Dezember und Januar 3.000 Menschen online befragt worden. Ulrich Reinhardt, der wissenschaftliche Leiter der Stiftung, begleitet diese Analyse bereits seit mehr als zwei Jahrzehnten. Und dabei hat er festgestellt: «Die Motive des Reisens haben sich kaum verändert. Urlaub soll das Grundbedürfnis „Erholung von der Arbeit“ befriedigen.» 

Gros der Gäste sind «Pauschalurlauber mit Adiletten am Strand»

Und die allermeisten Urlauber wollen nach wie vor Sonne, Strand und Meer. «Sie wollen sich da erholen, wollen sich abends am Büfett satt essen und ihr kleines Hotelzimmer, ihre Pension oder ihre Ferienwohnung haben.» Es gebe auch viele individuelle Angebote – ob vegan, bio oder Urlaube mit Co2-Kompensation – diese seien aber vor allem gut nachgefragte Nischen. «Aber das Gros der Gäste ist nach wie vor der deutsche Pauschalurlauber, der mit Adiletten am Strand langläuft.»

dpa