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Deutschland erzielt Einnahmerekord mit CO2-Verkauf

Das Geld fließt in Klima- und Transformationsfonds für Energiewende und Klimaschutzmaßnahmen. Der Emissionshandel ist zentrales Klimaschutzinstrument.

Die CO2-Abgabe wird unter anderem auf Kraftstoffe erhoben. 21,4 Milliarden Euro kamen 2025 zusammen. (Symbolbild)
Foto: Monika Skolimowska/dpa-Zentralbild/dpa

Im letzten Jahr erzielte Deutschland einen Einnahmerekord mit dem Verkauf von Kohlendioxid-Verschmutzungsrechten. Laut der Deutschen Emissionshandelsstelle (DEHSt) in Berlin beliefen sich die Einnahmen aus dem europäischen und nationalen Emissionshandel im Jahr 2025 auf über 21,4 Milliarden Euro. Im Jahr 2024 waren es 18,5 Milliarden Euro. Die DEHSt ist Teil des Umweltbundesamtes (UBA).

Das Geld wird komplett in den Klima- und Transformationsfonds eingezahlt, aus dem Maßnahmen zur Energiewende und zum Klimaschutz finanziert werden. Es wird beispielsweise die energetische Sanierung von Gebäuden unterstützt, die Umstellung der Industrie auf Klimaneutralität, die Wasserstoffwirtschaft oder der Ausbau des Ladenetzes für Elektroautos.

Insgesamt schon mehr als 100 Milliarden Euro erlöst

Seit 2008 werden Emissionsrechte verkauft. Die Gesamterlöse, die seitdem erzielt wurden, sollen im Dezember die Marke von 100 Milliarden Euro überschritten haben.

«Der Emissionshandel hat sich zum zentralen sektorübergreifenden Klimaschutzinstrument entwickelt», sagte UBA-Präsident Dirk Messner laut Mitteilung. Zusammen mit anderen Maßnahmen setze die CO2-Bepreisung entscheidende Impulse für den klimaschonenden Umbau der Gesellschaft. 

Pro Tonne Kohlendioxid ist ein Zertifikat nötig

Die Idee hinter der Bepreisung von Treibhausgasen ist es, die Wirtschaft und Verbraucher dazu zu motivieren, weniger fossile Brennstoffe zu nutzen. Es existieren sowohl ein europäisches als auch ein nationales Handelssystem. Kraftwerke, große Industrieanlagen, der innereuropäische Luftverkehr und der Seeverkehr benötigen europäische Emissionszertifikate. Für jede Tonne CO2, die ausgestoßen wird, muss ein Zertifikat an die Emissionshandelsstelle abgegeben werden.

Die Verschmutzungsrechte können sie beispielsweise bei Versteigerungen an der Energiebörse in Leipzig erwerben. Im europäischen Emissionshandel wird die Anzahl der zugeteilten Berechtigungen jedes Jahr reduziert, um die Emissionen allmählich stärker zu begrenzen. Die durchschnittlichen Kosten für europäische Zertifikate betrugen im Jahr 2025 73,86 Euro (2024: 65 Euro).

Abgabe wird auch auf Verbrennung von Abfällen erhoben

Im nationalen Emissionshandelssystem wird versucht, den schädlichen CO2-Ausstoß in den Bereichen Wärme und Verkehr zu reduzieren. Betroffen sind Treibstoffe wie Benzin, Diesel, Heizöl, Flüssig- und Erdgas sowie Kohle. Seit 2024 gilt die Abgabe auch für die Verbrennung von Abfällen.

Die CO2-Abgaben werden von Gaslieferanten oder Unternehmen der Mineralölindustrie erhoben und an die Verbraucher weitergegeben. Im Gegensatz zu den europäischen Zertifikaten wurden die nationalen bisher nicht reduziert. Die Preise für die Berechtigungen waren bisher ebenfalls festgelegt.

Versteigerungen an Leipziger Energiebörse EEX

Die Auktionserlöse im europäischen Handel betrugen im Jahr 2025 5,4 Milliarden Euro (2024: 5,5 Milliarden Euro). Im nationalen Handel wurden 16 Milliarden Euro eingenommen, was etwa drei Milliarden Euro mehr sind als im Jahr 2024.

Der Hauptgrund für den Anstieg war der höhere Preis der nationalen Berechtigungen: Während die Zertifikate je Tonne Kohlendioxid im Jahr 2024 noch 45 Euro kosteten, stiegen sie ein Jahr später auf 55 Euro. Im neuen Jahr werden erstmals auch die nationalen Berechtigungen versteigert. Sie sollen mindestens 55 Euro und höchstens 65 Euro kosten. Die Versteigerungen an der Leipziger Energiebörse EEX sollen laut DEHSt im Juli beginnen.

Der nationale Emissionshandel soll größtenteils ab 2028 durch einen europäischen Emissionshandel für Brennstoffe ersetzt werden. Ursprünglich war die Einführung bereits für 2027 geplant, wurde jedoch verschoben, um vorerst große Preissprünge für Verbraucher beim Tanken und Heizen zu vermeiden.

Gebäude und Verkehr: «Deutlich zu hohes Emissionsniveau»

Verkauft wurden 2025 insgesamt 294 Millionen (2024: 295 Millionen) nationale Berechtigungen. «Die umfangreichen Verkaufsmengen spiegeln das mit Blick auf die Klimaziele deutlich zu hohe Emissionsniveau im Gebäude- und Verkehrsbereich wider», sagte der kommissarische Leiter des UBA-Fachbereichs Klimaschutz, Energie, Deutsche Emissionshandelsstelle, Christoph Kühleis, laut der Mitteilung. «Der klimapolitische Handlungsdruck ist in diesen Sektoren enorm.» Der Experte äußerte sich in diesem Zusammenhang kritisch zur Verschiebung des europäischen Emissionshandels für Brennstoffe um ein Jahr. Sie verlangsame den Modernisierungsprozess und erschwere damit das Erreichen der deutschen und europäischen Klimaschutzziele.

dpa