Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE), geleitet von Ministerin Katherina Reiche, hat in Zusammenarbeit mit der EU-Kommission die Grundzüge einer neuen Kraftwerksstrategie festgelegt.
Deutschland plant Milliardeninvestitionen in Gaskraftwerke – Missachtung dezentraler Speicher

Die Bundesregierung hat sich entschlossen, umfangreiche Mittel in die Errichtung neuer Gaskraftwerke zu investieren. Diese Strategie könnte jedoch die beträchtlichen Möglichkeiten ignorieren, die in den Millionen von Heimspeichern verborgen sind, die derzeit kaum zur Anwendung kommen. Ein Experte erläutert die verpassten Chancen, die sich aus dieser Situation ergeben.
Strategische Planungen des BMWE
Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE), geleitet von Ministerin Katherina Reiche, hat in Zusammenarbeit mit der EU-Kommission die Grundzüge einer neuen Kraftwerksstrategie festgelegt. In einem ersten Schritt sollen bis zum Jahr 2026 insgesamt zwölf Gigawatt neuer steuerbarer Kapazität ausgeschrieben werden, mit dem Ziel, dass die Anlagen bis spätestens 2031 in Betrieb genommen werden.
Fokus auf zuverlässige Energieerzeugung
Der Schwerpunkt der Strategie liegt auf der sogenannten “gesicherten Leistung”: Zehn der zwölf Gigawatt sind für Anlagen vorgesehen, die über längere Zeiträume hinweg konstant Strom liefern können. Diese Anforderung wird vor allem mit Gaskraftwerken in Verbindung gebracht.
Die Turbinen dieser Gaskraftwerke sollen von Anfang an für den Betrieb mit Wasserstoff ausgelegt sein. Allerdings gibt es erhebliche Zweifel an der Durchführbarkeit dieser Vorgabe, da die Zertifizierung einer wasserstofftauglichen Turbine fast ein ganzes Jahrzehnt in Anspruch nehmen kann und derzeit keine solchen Turbinen verfügbar sind.
Überschätzung des Bedarfs an Gaskraftwerken
Die Notwendigkeit zusätzlicher Gaskraftwerke wird überschätzt, da alternative Lösungen wie dezentrale, netzdienlich steuerbare Energiespeicher in der Bedarfsplanung nicht angemessen berücksichtigt werden.
Besonders bemerkenswert ist das ungenutzte Potenzial der bereits installierten Heimspeicher. In deutschen Haushalten sind Millionen von Batteriespeichern mit einer Gesamtleistung von 23,8 GWh installiert, oft gekoppelt mit Photovoltaikanlagen. Eine koordinierte Softwaresteuerung dieser Speicher könnte dazu beitragen, Stromspitzen abzufangen, Engpässe auszugleichen und die Systemstabilität zu erhöhen, was wiederum die Stromkosten für alle Verbraucher senken könnte.
Zusätzliche Kapazitäten durch Elektrofahrzeuge
Zusätzlich zu den stationären Speichern könnten auch die gewaltigen Kapazitäten von Elektrofahrzeugbatterien genutzt werden. Theoretisch würde sich somit eine zusätzliche Kapazität von 142 GWh ergeben. Allerdings sind sowohl die Verfügbarkeit dieser Elektrofahrzeuge am Netz als auch die Bereitschaft der Fahrzeugbesitzer zur Stromabgabe nicht verlässlich bekannt.
Eine Studie des Fraunhofer ISE hat ergeben, dass eine Speicherkapazität von 40 GWh (20 GW über zwei Stunden) den durchschnittlichen Marktwert von Solarstrom von 4,5 Cent pro kWh auf 6,1 Cent pro kWh erhöhen würde. Dies hätte zur Folge, dass die EEG-Kosten sinken. Der höchste Strompreis des Jahres könnte von 58,3 Cent pro kWh auf 22,1 Cent pro kWh gesenkt werden, während der höchste Negativpreis von –25 Cent pro kWh auf –2 Cent pro kWh steigen könnte. Diese Preisglättung würde unter anderem auch die Redispatchkosten reduzieren.
Unzureichende Anerkennung dezentraler Speichersysteme
Das Potenzial zur Bereitstellung netzdienlicher Dienstleistungen durch dezentrale Systeme wird derzeit weder erkannt noch angemessen honoriert. Ohne einen soliden Vergütungs- oder Marktmechanismus haben Betreiber von Heimspeichern kaum Anreize, ihre Anlagen über den Eigenverbrauch hinaus für den Netzbetrieb zur Verfügung zu stellen.
Öffentliche Interessen und systemische Vorteile
Ein stärkerer Einbezug vorhandener Speicher im öffentlichen Interesse könnte nicht nur Systemkosten senken, sondern auch den Bedarf an großen Backup-Kraftwerken und Gasimporten verringern, zur Minderung der Klimabelastung beitragen und langfristig die Stromkosten relativieren. Die Bundesnetzagentur hat ebenfalls betont, dass ein systemdienlicher Ausbau der erneuerbaren Energien, Flexibilisierung und Speicherausbau unabdingbar sind.
Forderungen an die Bundesregierung
Die Nutzung vorhandener dezentraler Flexibilität kann den Bedarf an neuen fossilen Kraftwerken minimieren und die Energiewende sowie die Energiepreise begünstigen. Es ist entscheidend, dass zunächst das ungenutzte Potenzial ausgeschöpft und der vollständige Ausbau erneuerbarer Energien vorangetrieben wird, bevor der verbleibende Bedarf an fossilen Kraftwerken für seltene Notfälle ermittelt wird.
Leider verläuft die derzeitige Planung in die entgegengesetzte Richtung: Langfristige Abhängigkeiten werden vorschnell eingegangen, was sowohl dem Klimaschutz als auch der Kostensituation der Verbraucher schadet.
Quellen: Focus
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Dieser Text wurde mit Hilfe von künstlicher Intelligenz in Zusammenarbeit mit unserer Redaktion erstellt.








