Mobiles Menü schließen
Startseite Schlagzeilen

Deutschlandticket soll 2024 nicht teurer werden

Der Preis für das Deutschlandticket soll bis zum Jahresende stabil bleiben. Dies hat die Verkehrsministerkonferenz der Länder beschlossen.

Der Preis für das Deutschlandticket soll in diesem Jahr nicht steigen.
Foto: Boris Roessler/dpa/Archivbild

Millionen Pendler und Reisende können in diesem Jahr mit einem stabilen Preis beim Deutschlandticket für bundesweite Fahrten im öffentlichen Nah- und Regionalverkehr rechnen. «Die Verkehrsministerkonferenz hat für 2024 Klarheit geschaffen: Auch wenn in der Öffentlichkeit über Preiserhöhungen ab Mai diskutiert wird, bleibt der Einführungspreis von 49 Euro für das Gesamtjahr stabil», sagte der Vorsitzende der Verkehrsministerkonferenz, Nordrhein-Westfalens Ressortchef Oliver Krischer (Grüne), der Deutschen Presse-Agentur nach Beratungen der Länderminister.

Niedersachsens Verkehrsminister Olaf Lies betonte, «wir sind uns als Länder einig, dass wir in diesem Jahr keine Preissteigerung beim Deutschlandticket brauchen». Auf Grundlage der vorliegenden Daten sei 2024 keine Preiserhöhung nötig, denn die Finanzierung sei auskömmlich, sagte der SPD-Politiker. «Der Preis kann also auch in diesem Jahr stabil bleiben.» Dies sei ein Signal der Verlässlichkeit für Nutzerinnen und Nutzer. «Das bringt auch die notwendige Klarheit für die Verkehrsunternehmen und die Kommunen.» Die Länder haben sich laut Lies verständigt, mit dem Bund Lösungen zu erarbeiten, die eine flexible Finanzierung über die Jahresgrenze hinaus sicherstellten.

Etwa zehn Millionen Menschen nutzen das Ticket

Das Deutschlandticket wurde am 1. Mai 2023 als digitales, monatlich kündbares Abonnement für bundesweite Fahrten im Nah- und Regionalverkehr eingeführt. Laut dem Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) nutzen es etwa zehn Millionen Menschen. Der Preis beträgt in der Regel 49 Euro pro Monat.

Krischer sagte, das Deutschlandticket sei schon jetzt ein Erfolgsmodell: Millionen Menschen nutzten es täglich. Es entlaste Pendlerinnen und Pendler und leiste einen wichtigen Beitrag zur Mobilitätswende, zur sozialen Teilhabe und zum Klimaschutz. «Unser Ziel muss es daher sein, das Ticket dauerhaft und nachhaltig finanziell abzusichern – im Interesse der Kundinnen und Kunden, aber auch der vielen Verkehrsunternehmen», sagte Krischer. Sie bräuchten Klarheit und Planungssicherheit. Die Ministerpräsidentenkonferenz habe dazu einen Auftrag erteilt.

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) und die Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten hatten im November zugestimmt, weitere Maßnahmen zur Finanzierung des Deutschlandtickets umzusetzen. Aufgrund des günstigeren Abonnements entgehen den Verkehrsunternehmen wichtige Einnahmen. Der Bund beteiligt sich wie zuvor vereinbart auch im Jahr 2024 zur Hälfte an den Kosten und stellt 1,5 Milliarden Euro zur Verfügung. Zusätzlich sollen nicht genutzte Mittel für das Jahr 2024 verwendet werden. Das Bundesverkehrsministerium teilte am Montag vor der Sonderkonferenz der Länderminister mit, dass die Übertragbarkeit von Restmitteln des Deutschlandtickets aus dem Jahr 2023 beibehalten wird.

Das Mobilitätsverhalten der Menschen ändern

Umweltorganisationen und Verbraucherschützer hatten vor höheren Preisen gewarnt. Das Interesse am Deutschlandticket könnte deutlich sinken. Die Umweltorganisation BUND argumentierte, Diskussionen über Preiserhöhungen erzeugten Verunsicherung und hemmten die Bereitschaft der Menschen, das Mobilitätsverhalten dauerhaft zu verändern. «Nur mit einem guten Angebot beim Umweltverbund aus Fuß-, Rad- und öffentlichem Verkehr lassen sich die gesetzlichen Klimavorgaben im Verkehr einhalten», sagte BUND-Experte Jens Hilgenberg.

Die Nahverkehrsbranche hatte signalisiert, dass sie einer möglichen Preiserhöhung offen gegenübersteht und eine langfristige Planungssicherheit fordert. Der VDV wies auf den steigenden Finanzbedarf hin, der durch höhere Personal-, Energie- und Betriebskosten im öffentlichen Personennahverkehr entsteht. Das oberste Ziel der Branche ist es, so viele Menschen wie möglich von dem Ticket zu überzeugen. Daher ist es wichtig, dass die öffentlichen Diskussionen über die Fortführung des Tickets beendet werden.

dpa