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Die wichtigsten Trends der Techmesse CES 2026

KI steuert Waschmaschinen, faltet Wäsche und hilft in Fabriken: Auf der CES 2026 zeigen Unternehmen, wie Künstliche Intelligenz in immer mehr Alltagsgeräte und industrielle Anwendungen einzieht.

Zu den wichtigsten Trends der CES gehören in diesem Jahr Anwendungen Künstlicher Intelligenz.
Foto: Christoph Dernbach/dpa

Derzeit besteht an den internationalen Finanzmärkten die Befürchtung, dass die Begeisterung für Künstliche Intelligenz (KI) eine Blase geschaffen hat, die bald platzen könnte. Auf der Techmesse CES in Las Vegas ist jedoch kaum etwas von dieser Angst zu bemerken.

Kaum eine Präsentation auf der CES kam ohne das Kürzel «AI» («Artificial Intelligence» – die englische Bezeichnung für Künstliche Intelligenz) aus. Jensen Huang, Vorstandschef des KI-Chip-Spezialisten Nvidia, war nicht nur bei seiner eigenen Keynote der gefeierte Star der Messe, sondern auch ein gefragter Ehrengast auf zahlreichen CES-Events.

KI-Anwendungen auf der CES 2026

Die KI-Anwendungen auf der CES 2026 konzentrieren sich weniger auf den Hype um Chatbots wie ChatGPT oder KI-Bildprogramme wie Nano Banana von Google, sondern vielmehr auf KI, die physisch agiert.

Beispiele auf der CES sind breit gefächert: Samsung stellte eine KI vor, die in Waschmaschinen automatisch erkennt, welche Wäsche eingelegt wurde und das optimale Waschprogramm auswählt. LG präsentierte einen humanoiden Roboter, der mithilfe von KI die getrocknete Wäsche ordentlich faltet. Bosch zeigte eine KI-gesteuerte Herdplatte, die Steaks wie ein Spitzenkoch zubereitet.

Überraschung durch Lego Smart Bricks

Auf der CES 2026 erzielte der dänische Spielzeugkonzern Lego den größten Überraschungserfolg. In Las Vegas präsentierte Lego interaktive Bausteine. Der Smart Brick ähnelt einem herkömmlichen Lego-Stein im Standardformat 2 × 4, ist jedoch reichhaltig mit Miniaturtechnik ausgestattet – einschließlich eines Akkus, Sensoren für Licht, Beschleunigung und Geräusche, einem Lautsprecher und einem winzigen Synthesizer. Das Publikum reagierte begeistert, obwohl Lego auffällig das Kürzel KI vermied. Möglicherweise auch aufgrund der KI-Abstinenz.

KI in der Industrie

Viele KI-Szenarien auf der CES waren sowieso eher für die Industrie als für private Verbraucher ausgerichtet. Siemens-Chef Roland Busch eröffnete die Messe gemeinsam mit Nvidia-CEO Huang mit einer Keynote.

Busch präsentierte ein neues Instrument, mit dem Firmen virtuelle Abbilder (Digitale Zwillinge) ihrer Fabriken und Produkte erstellen können. Ingenieure können damit ganze Fabriken in Echtzeit simulieren, Roboter virtuell trainieren und Probleme lösen, bevor die reale Fabrik gebaut wird.

Siemens nutzt für seine KI-Produkte auch die neue Plattform Cosmos von Nvidia, die physikalische Gesetze versteht. Cosmos wird auch in der Robotik und in autonomen Fahrzeugen eingesetzt.

Innovationen und Nachahmungen

Die CES in Las Vegas ist nicht nur für echte Innovationen bekannt. Viele Aussteller der CES greifen erfolgreiche Neuheiten des vergangenen Jahres auf und versuchen, daraus ein Geschäft zu machen. Aktuell haben die smarten Ray-Ban-Brillen des Facebook-Konzerns Meta einen Goldrausch ausgelöst.

Hersteller, vornehmlich aus China, verfolgen unterschiedliche Strategien, um mit ihren «Smart Glasses» Verkaufserfolge zu erzielen. Einige kopieren das Meta-Konzept, eine Brille mit eingebauter Kamera und Audio-KI, aber ohne Display. Dazu gehört die Solos AirGo V2, die nicht an die Meta-KI Llama gebunden ist. Nutzer können in der Begleit-App wählen, ob sie mit ChatGPT, Google Gemini oder der Claude-KI sprechen möchten.

Andere Wettbewerber im Metabereich versuchen, das originale Konzept zu übertreffen, indem sie echte Bildschirme verwenden und AR-Brillen («Augmented Reality») anbieten. Diese Brillen projizieren digitale Inhalte wie Texte, Bilder oder 3D-Objekte in das Sichtfeld und erweitern die reale Welt um virtuelle Informationen.

Die TCL RayNeo Air 4 Pro gehört zu dieser Gruppe und sieht fast wie eine normale Sonnenbrille aus, projiziert jedoch ein riesiges virtuelles Display vor die Augen des Nutzers.

Metaverse ist out

Das Metaverse, ein Hype-Trend aus dem Jahr 2022, spielt bei den aktuellen smarten Brillen-Modellen kaum noch eine Rolle. Facebook-Gründer Mark Zuckerberg propagierte das Metaverse damals als digitalen Raum mit unendlichen Möglichkeiten, in dem Menschen als Avatare in einer virtuellen Realität interagieren können. Auf der CES spricht kaum noch jemand davon.

dpa