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Digitalisierung mindert wirtschaftliche Schäden der Corona-Pandemie in Deutschland

Die zunehmende Digitalisierung hat zusammen mit Staatshilfen einen Komplettabsturz der deutschen Wirtschaft verhindert und trug genauso stark zur Abmilderung der Corona-Folgen bei.

Positive Effekte auf die Wirtschaft konnten während der Corona-Pandemie dank Home-Office und E-Commerce verzeichnet werden.
Foto: Sebastian Gollnow/dpa

Die wirtschaftlichen Schäden in Deutschland infolge der Corona-Pandemie in den Jahren 2020 bis 2022 konnten dank der zunehmenden Digitalisierung signifikant reduziert werden. Laut einer Studie des Vodafone Instituts und des Wirtschaftsforschungsunternehmens Prognos haben Maßnahmen wie der Online-Handel, das Home-Office und andere Digitalisierungsinitiativen in ähnlichem Umfang wie staatliche Unterstützung dazu beigetragen, einen vollständigen wirtschaftlichen Zusammenbruch in Deutschland zu verhindern.

Die Studie stützt sich auf Berechnungen des Instituts der Wirtschaft (IW) in Köln, wonach die volkswirtschaftlichen Schäden durch die Pandemie in Deutschland in den Jahren 2020 bis 2022 insgesamt 420 Milliarden Euro betragen hätten, wenn es keine Corona gegeben hätte. Die IW-Berechnungen berücksichtigen auch die Auswirkungen des Ukraine-Kriegs, jedoch spielen diese im Vergleich zur Pandemie nur eine geringfügige Rolle.

Das Vodafone Institut und Prognos haben wiederum berechnet, dass das Bruttoinlandsprodukt ohne die Digitalisierungseffekte in diesem Zeitraum um rund 130 Milliarden Euro geringer ausgefallen wäre. «Damit trug die Digitalisierung genauso stark zur Abmilderung der Corona-Folgen bei wie die Wirtschaftshilfen des Bundes», erklärte das Vodafone Institut. Die staatlichen Hilfen für Unternehmen in Form von Zuschüssen, Krediten, Rekapitalisierungen und Bürgschaften hätten ebenfalls bei insgesamt 130 Milliarden Euro gelegen.

Digitalisierung hilft nicht in allen Branchen

Bei ihren Berechnungen haben die Forscher die Entwicklungen in verschiedenen Branchen verglichen, die unterschiedlich stark digitalisiert sind. In der Branche Informations- und Kommunikationstechnologie allein hat die Digitalisierung in den beiden Jahren Umsatzeinbußen in Höhe von 15 Milliarden Euro vermieden.

Unternehmen im Verkehr oder im Baugewerbe hätten jedoch darauf angewiesen sein müssen, ihre Tätigkeit vor Ort durchzuführen. Daher hätten sie weniger von der Digitalisierung profitiert.

Besonders während der Quartale mit besonders strengen Corona-Maßnahmen wurden deutliche wirtschaftliche Auswirkungen der Digitalisierung sichtbar. Der größte positive Effekt wurde im Winter und Frühling 2021 durch Home-Office und E-Commerce erzielt. Mit dem Ende der meisten Maßnahmen im Sommer 2022 hat der wirtschaftliche Schaden, der durch die Digitalisierung vermieden wurde, wieder abgenommen.

Blick auf den Netzausbau

In dem «Innovationsindex Deutschland» messen das Vodafone Institut und Prognos auch die regionalen wirtschaftlichen Auswirkungen des Netzausbaus. Danach wurde das Netz in Bayern seit 2010 kontinuierlich und stärker als im deutschen Durchschnitt ausgebaut. Vor allem in den ländlichen Regionen in Bayern sei der Netzausbau flächendeckend vorangetrieben worden, hieß es.

Abgesehen von den Landeshauptstädten München und Dresden, den Stadtstaaten Hamburg und Berlin sowie Frankfurt am Main haben städtische Gebiete wie Erlangen, Wolfsburg, Regensburg und Ingolstadt überdurchschnittlich vom Netzausbau profitiert. Am Ende der Rangliste befinden sich neben Pforzheim, Münster und Kiel auch weniger dicht besiedelte Gebiete in verschiedenen Regionen Deutschlands.

dpa