Mobiles Menü schließen
Startseite Schlagzeilen

DIHK: Bedingungen für Gründer in Deutschland verschlechtert

Ist Deutschland noch interessant für Gründer? Ein Bericht der Deutschen Industrie- und Handelskammer sieht den Gründungsstandort Deutschland in der Misere – und schlägt Maßnahmen zur Besserung vor.

Der DIHK-Präsident Peter Adrian beklagt schlechte Bedingungen für Unternehmensgründerinnen und -gründer in Deutschland.
Foto: Sebastian Gollnow/dpa

Die Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK) sieht historisch schlechte Bedingungen für die Gründung von Unternehmen in Deutschland – und warnt vor gravierenden Folgen. «Ich mache mir große Sorgen um unseren Standort», kommentierte Präsident Peter Adrian die Ergebnisse des DIHK-Reports «Unternehmensgründung 2024». 

Laut dem Bericht verzeichnete die DIHK im letzten Jahr einen Rückgang von sechs Prozent bei ihrem Angebot für beratende Einstiegsgespräche zur Existenzgründung – ein neuer Tiefststand.

Trotz Nachholeffekten: DIHK sieht keine Besserung

«In der Industrie sehen wir schon fast einen Abschied auf Raten durch verstärkte Produktionseinschränkungen und Abwanderungstendenzen», äußerte Adrian. «Wenn jetzt auch noch immer weniger Menschen hierzulande Unternehmen gründen wollen, gehen uns wichtige Potenziale für Wachstum und Innovationen verloren.»

Laut dem DIHK-Bericht gibt es eine Zunahme von 17 Prozent bei den individuellen Gründungsberatungen, die auf konkreten Geschäftsideen basieren und in einem zweiten Schritt stattfinden. Der Verband führt diese Entwicklung jedoch nicht auf eine Verbesserung der Rahmenbedingungen für Gründerinnen und Gründer zurück. Stattdessen werden nach der Coronazeit Nachholeffekte beobachtet. Aufgeschobene Vorhaben würden nun in Angriff genommen, so der Bericht weiter.

Gründer geben schlechtere Noten

Für den Report befragte die DIHK zudem 952 Gründerinnen und Gründer, Start-ups und junge Unternehmen im Januar und Februar 2024. Den Gründungsstandort Deutschland bewerteten die Befragten im Schnitt mit einer Note von 3,6 – und damit laut Bericht schlechter denn je. An Schulnoten orientiert, sei aus einem «noch befriedigend» jetzt ein «ausreichend» geworden, bilanziert der Bericht.

Die Befragten wünschten sich eine vereinfachte Besteuerung und einen Abbau von Bürokratie. «Enorm gestiegene Kosten zum Führen von Betrieben und das Dickicht bürokratischer Regelungen ersticken aktuell die Lust am Unternehmertum», beklagte DIHK-Präsident Adrian. «Die Signale für eine bessere Standortpolitik könnten kaum deutlicher sein.» 

Die DIHK identifiziert erneut einen Abbau bürokratischer Hürden als wichtigstes Handlungsfeld und schlägt dazu neun Maßnahmen vor. Es wird vorgeschlagen, Formulare zu vereinfachen und Ausländern die Gründung von Unternehmen zu erleichtern. Außerdem fordert der DIHK die Einrichtung einer gemeinsamen Anlaufstelle für Neugründungen, um den Aufwand für Gründer zu verringern.

dpa