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DIHK beklagt zu hohe Energiepreise

Vor einem Jahr ging das letzte deutsche Atomkraftwerk vom Netz. Auch wenn die Strompreise in Deutschland deutlich gefallen sind, fordert die DIHK «international wettbewerbsfähige Energiepreise».

An neuen Strommasten nahe des Umspannwerkes Conneforde in Niedersachsen finden Bauarbeiten statt.
Foto: Sina Schuldt/dpa

Ein Jahr nach dem deutschen Atomausstieg beklagt die Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK) weiterhin hohe Strompreise. «Deutsche Unternehmen brauchen international wettbewerbsfähige Energiepreise und sind auf eine sichere Versorgung angewiesen», sagte DIHK-Präsident Peter Adrian den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Adrian verwies darauf, dass die deutschen Strompreise an der Börse noch immer doppelt so hoch seien wie 2019. Allerdings sind die Preise im Verlauf des vergangenen Jahres gefallen. Zusammen mit Steuern, Netzentgelten und Umlagen seien die Kosten zum Teil sogar viermal so hoch wie in anderen Ländern, sagte Adrian. «Derzeit sprechen viele Gründe dafür, dass dieser Wettbewerbsnachteil auch in Zukunft bestehen bleibt. Gleichzeitig berichten uns viele Unternehmen von kleineren und größeren Stromausfällen», so Adrian weiter. In Deutschland waren am 15. April 2023 die drei letzten Atomkraftwerke vom Netz gegangen. 

Strominfrastruktur in Europa stärken

Für die Zukunft forderte Adrian: «Bestehende Kraftwerke dürfen wir daher frühestens dann abschalten, wenn andere Leistungen gesichert zur Verfügung stehen. Für einen versorgungssicheren Energiemix sind neben wetterunabhängigen Erneuerbaren wie Wasserkraft, Tiefen-Geothermie und Biomasse auch Gas- und voraussichtlich Kohlekraftwerke mindestens solange notwendig, bis Energiespeicher und Wasserstoffkraftwerke ausreichend zur Verfügung stehen», erklärte er.

Adrian schlug außerdem vor, die europäische grenzüberschreitende Strominfrastruktur weiter zu stärken. „Eine gemeinsame europäische Versorgung ist effizienter und sicherer“, sagte Adrian.

Laut dem Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft betrug der durchschnittliche Strompreis für die Industrie bei Neuverträgen Anfang 2024 17,65 Cent pro Kilowattstunde, während es 2019 18,43 Cent waren. Etwa ein Drittel davon entfiel damals noch auf die EEG-Umlage, die mittlerweile nicht mehr erhoben wird. Während der Energiekrise nach dem russischen Angriff auf die Ukraine im Jahr 2020 stieg der Preis auf 43,20 Cent.

dpa