Disney plant nur noch zwei bis drei Filme und zwei TV-Serien pro Jahr aus dem Marvel-Universum. Weniger, aber besser produzieren.
Disney reduziert Marvel-Filme und Serienproduktion

Marvel-Fans müssen sich darauf einstellen, die Comic-Superhelden seltener zu sehen. Disney plant pro Jahr nur noch zwei bis drei Filme und zwei TV-Serien aus dem Marvel-Universum zu veröffentlichen, sagte Konzernchef Bob Iger. Bisher seien es manchmal vier gewesen. Disney strebe an, weniger, aber qualitativ hochwertigere Inhalte zu produzieren.
Der Konzern hatte bei der Einführung seines Streaming-Dienstes Disney+ stark auf die Beliebtheit der Marvel-Figuren gesetzt, die im Kino für zahlreiche Erfolge gesorgt hatten. Allerdings nahm zuletzt das Interesse der Zuschauer ab – und auch einige neuere Produktionen stießen bei Kritikern nicht auf Begeisterung.
Im zweiten Geschäftsquartal, das Ende März abgeschlossen wurde, verzeichnete die Streaming-Sparte mit Disney+ und ESPN+ nur noch einen operativen Verlust von 18 Millionen Dollar (16,71 Mio Euro). Vor einem Jahr belief sich das Minus auf 659 Millionen Dollar. Disney ist weiterhin auf Kurs, das Streaming-Geschäft bis zum Ende des Geschäftsjahres profitabel zu machen.
Disney hat hohe Verluste für seinen eigenen Streaming-Dienst in Kauf genommen. Der Grund dafür sind die Rückgänge im Geschäft mit dem Kabelfernsehen in den USA, das früher eine zuverlässige Einnahmequelle war. Ab diesem Sommer plant Disney – ähnlich wie Marktführer Netflix – Maßnahmen gegen das Teilen von Passwörtern für den Streaming-Dienst über einen Haushalt hinaus zu ergreifen.
Freizeitparks und Kreuzfahrten
Weiterhin erfolgreich waren Freizeitparks und Kreuzfahrten: Der operative Gewinn der Sparte stieg um zwölf Prozent auf fast 2,3 Milliarden Dollar. Allerdings bemerkte Iger in einer Telefonkonferenz mit Analysten, dass es Anzeichen dafür gebe, dass die Reiselust, die nach der Corona-Pandemie neue Höhen erreichte, wieder etwas nachlasse.
Im letzten Quartal drückten milliardenschwere Abschreibungen Disney in die roten Zahlen. Unterm Strich stand ein Verlust von 20 Millionen Dollar nach einem Gewinn von fast 1,3 Milliarden im Vorjahr. Die Abschreibungen von gut zwei Milliarden Dollar auf die indische Beteiligung Star India und das Kabelfernsehgeschäft beeinträchtigten eine verbesserte Entwicklung im Tagesgeschäft mehr als erwartet. Die Disney-Aktie fiel im frühen US-Handel zeitweise um mehr als acht Prozent.
Iger war optimistischer für das laufende Geschäft. Der um Sondereffekte bereinigte Gewinn je Aktie soll nun im laufenden Geschäftsjahr um 25 Prozent steigen. Zuvor hatte der Manager einen Anstieg um 20 Prozent geplant.








