Die deutsche Wirtschaft kämpft mit Stagnation und strukturellen Problemen. US-Boom bleibt treibende Kraft, aber höhere US-Zölle drohen.
DIW erwartet Wirtschaftsschrumpfen und geringes Wachstum

Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) prognostiziert in diesem Jahr einen Rückgang der Wirtschaft um 0,2 Prozent und im nächsten Jahr ein geringes Wachstum von 0,2 Prozent. Dies führt dazu, dass die Berliner Wirtschaftsforscher ihre Erwartungen erneut nach unten korrigieren.
«Die deutsche Wirtschaft schleppt sich durch die Stagnation, eine nachhaltige Erholung rückt auch angesichts struktureller Herausforderungen immer weiter in die Ferne», schreiben die Berliner Wirtschaftsforscher. Der Mix aus Konjunkturflaute und strukturellen Problemen mache vor allem der deutschen Exportindustrie zu schaffen, sagt DIW-Konjunkturchefin Geraldine Dany-Knedlik. Der Export dürfte 2025 weiter sinken. Der US-Boom bleibe ein zentraler Treiber des globalen Wachstums. Aber neben hohen Energie- und Materialkosten und wachsender Konkurrenz aus China drohten jetzt noch höhere US-Zölle.
Arbeitslosigkeit steigt
Der Niedergang der deutschen Industrie wirkt sich zunehmend auf industrienahe Dienstleistungen und den Arbeitsmarkt aus. Die Arbeitslosenquote dürfte von 6,0 auf 6,1 Prozent steigen. Der private Konsum unterstützt das Wachstum nur begrenzt, da Verbraucher besorgt über ihre Arbeitsplätze sind. Das DIW geht jedoch weiterhin davon aus, dass der private Konsum im nächsten Jahr aufgrund steigender Einkommen und sinkender Inflation wieder anzieht.
DIW-Präsident Marcel Fratzscher ist der Meinung, dass eine Verschärfung der geopolitischen Spannungen und Handelskonflikte die Inflation anheizen und die Zinsen steigen lassen würde. Dies hätte weitreichende Auswirkungen auf das Wachstum, Investitionen und den Konsum.
Laut Fratzscher schwächt ein halbes Jahr ohne funktionsfähige Bundesregierung die Wirtschaft zusätzlich. Zumindest die dringend notwendigen Reformen und finanziellen Entlastungen sollten noch in dieser Legislaturperiode angegangen werden.








