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EnBW startet mit Bau von XXL-Windpark in Nordsee

Der Rotor eines Windrads der neusten Generation durchstreicht rechnerisch die Fläche von sechs Fußballfeldern. 64 dieser gigantischen Bauten sollen die Energiewende in der Nordsee voranbringen.

Die sogenannten Transition Pieces für den Offshore-Windpark «He Dreiht» werden bereits transportiert.
Foto: Magnus Reinke OIM/EnBW/dpa

Der Energiekonzern EnBW aus Karlsruhe plant den Bau des größten Windparks auf hoher See in der Nordsee, der ab Ende 2025 theoretisch Strom für 1,1 Millionen Haushalte liefern soll. Peter Heydecker, Vorstand für Nachhaltige Erzeugungsinfrastruktur, kündigte an, dass am Samstag die ersten Fundamente gesetzt werden.

Die EnBW plant, in Zukunft 64 Windräder in etwa 85 Kilometern nordwestlich der Insel Borkum und rund 110 Kilometern westlich von Helgoland in Betrieb zu nehmen. Die installierte Leistung beträgt 960 Megawatt, wodurch das Offshore-Portfolio der EnBW nahezu verdoppelt wird.

Offshore-Windparks bedeutend für Energiewende

Georg Stamatelopoulos, CEO, betonte in Bezug auf das Ziel der Bundesregierung, bis 2030 mindestens 30 Gigawatt Strom aus Offshore-Windanlagen zu erzeugen, dass alle drei Monate ein Windpark dieser Größe gebaut werden müsste. Er sagte: „Das Ziel ist nicht unrealistisch.“ Um dieses Ziel zu erreichen, sei jedoch eine beschleunigte und unterstützende Maßnahme erforderlich. Mit einer Auslastung von etwa 4000 Stunden pro Jahr könnten Offshore-Windparks zu einem wichtigen Bestandteil der Energiewende werden.

Der geplante Windpark «He Dreiht» (Niederdeutsch für «Er dreht») mit einer Investitionssumme von rund 2,4 Milliarden Euro zählt zu den derzeit europaweit größten Projekten der Energiewende und ist einer der ersten Offshore-Windparks ohne staatliche Förderung. EnBW hat mit Unternehmen wie Bosch, der Deutschen Bahn, Fraport und Evonik schon vor Baustart langjährige Abnahmeverträge geschlossen, die einen Großteil der Strommenge abdecken. 49,9 Prozent der Anteile an «He Dreiht» besitzt ein Konsortium aus Allianz Capital Partners, AIP und Norges Bank Investment Management.

Projekt der Superlative

EnBW rechnet beim Bau nicht mit Lieferengpässen, obwohl Stamatelopoulos allgemein in Bezug auf Projekte der Energiewende sagte: «Da sind wir dünn besetzt in Europa.» Auch Kapital und Personal seien Hürden, die bei solchen Vorhaben überwunden werden müssten.

Für «He Dreiht» werden Windkraftanlagen der neuesten Generation des Herstellers Vestas genutzt. «In einer Nabenhöhe von 142 Metern durchstreicht der Rotor mit einem Durchmesser von 236 Metern bei einer Umdrehung eine Fläche von 43.742 Quadratmetern – das entspricht der Fläche von sechs Fußballfeldern», macht EnBW die Dimension deutlich.

Eine Umdrehung des Rotors einer 15-Megawatt-Turbine reicht laut Angaben aus, um vier Haushalte einen Tag lang mit Strom zu versorgen. Die Anbindung ans Stromnetz erfolgt über 120 Kilometer Kabel unter Wasser und 110 Kilometer an Land. Zu Spitzenzeiten sollen mehr als 500 Mitarbeiter auf der Großbaustelle arbeiten. Über 60 Schiffe sind am Bau beteiligt.

dpa