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Telekom profitiert vom Ende des «Nebenkostenprivilegs»

Deutsche Telekom verzeichnet starkes Kundenwachstum bei Magenta TV nach Gesetzesänderung, während Vodafone Einbußen hinnehmen muss.

Zwei Mikrofone von Magenta Sport stecken an einer Bande bei einem Fußballplatz.
Foto: Robert Michael/dpa

Nach dem Ende des «Nebenkostenprivilegs», bei dem Mieter für ihren TV-Anschluss über die Betriebskosten zahlen mussten und Kabelnetzbetreiber wie Vodafone dadurch einen großen Vorteil hatte, ist die Deutsche Telekom etwas im Aufwind. Nach Abzug von Kündigungen seien bei Magenta TV im zweiten Quartal 114.000 Kunden hinzugekommen, teilte das Unternehmen in Bonn mit. Insgesamt sind es nun rund 4,5 Millionen.

Damit hat sich das Wachstum beschleunigt, im Jahresauftakt-Quartal hatte es ein Netto-Plus von nur 73.000 gegeben. Bei der Fußball-Europameisterschaft und anderen Events investierte die Telekom massiv in Werbung, um das Geschäft anzukurbeln – vermutlich auch deswegen stieg die Nachfrage an. Aus Sicht von Firmenchef Tim Höttges hat die Marke Magenta TV im vergangenen Quartal «einen Boost» bekommen. 

Teure Werbekampagne trägt Früchte

Zu den TV-Kunden, die an einen Anschluss gebunden sind, kommen noch sogenannte OTT-Kunden, das Kürzel steht für «Over the Top». Sie beziehen Magenta TV außerhalb ihres Internetvertrags und brauchen dafür keinen Receiver. Von solchen Verträgen habe man «einige Hunderttausend» verkauft, sagt Finanzvorstand Christian Illek. Ein Teil davon ist aber nur kurzzeitig Kunde: Er hat Magenta TV wegen dessen umfangreichen Angebots zur Fußball-EM gebucht, den Vertrag aber schon wieder gekündigt oder will das noch tun.

Nebenkostenprivileg ist Geschichte

Seit dem 1. Juli dürfen Kosten für das Fernsehsignal nicht mehr über die Nebenkostenrechnung auf den Mieter umgelegt werden. Diese Möglichkeit hatte es jahrzehntelang gegeben, was etwa Platzhirsch Vodafone einen deutlichen Wettbewerbsvorteil bescherte, auch «Nebenkostenprivileg» genannt. Die Deutschlandtochter eines britischen Konzerns hatte rund 8,5 Millionen Kunden, die über diesen Weg für den TV-Anschluss zahlten – ob sie wollten oder nicht. Die Vermieter hatten entsprechende Sammelverträge abgeschlossen.

Es ist mittlerweile nicht mehr möglich – die Kunden müssen selbst einen Vertrag mit dem TV-Anbieter haben oder freiwillig an einer neuen Form des Sammelvertrags teilnehmen. Seit Jahresbeginn hat Vodafone aufgrund dieser Gesetzesänderung rund 1,3 Millionen Kunden verloren, im Sommerquartal dürfte noch einmal ein erhebliches Minus hinzukommen.

Unterschiedliche Übertragungsarten 

Es existieren diverse Möglichkeiten, um Fernsehen zu schauen. Dies kann über Satellit, Antenne, Kabel oder das Internet erfolgen. Im Internet sind zwar einige Sender frei verfügbar, wie beispielsweise über die ARD Mediathek. Jedoch sind private Sender normalerweise kostenpflichtig und erfordern eine Zahlung des Kunden. Internetanbieter wie Zattoo, waipu.tv und ebenso Magenta TV ermöglichen den Zugriff auf diese Sender, und diese Anbieter befinden sich derzeit im Wachstum.

Im Vergleich zu den starken Einbußen von Vodafone hält sich der Zugewinn der Telekom mit rund 187.000 Kunden seit Jahresbeginn in Grenzen. Darauf angesprochen, weist Finanzchef Christian Illek darauf hin, dass es auch Kunden gebe, die gar kein lineares TV mehr wollten. «Die sind aus dem Zwangsanschluss raus gegangen und wollen überhaupt keinen TV-Anschluss mehr.» Wie viele das sind, sei unklar. «Aber insgesamt sind wir mit der TV-Entwicklung wunderbar zufrieden», sagt der Telekom-Vorstand.

Positive Quartalszahlen

Die Geschäfte von Bonner Konzern mit seiner amerikanischen Tochter T-Mobile US laufen gut, die Nachfrage nach Mobilfunkverträgen war im zweiten Quartal 2024 unerwartet hoch. Der Umsatz des zweiten Quartals auf Konzernebene stieg um 4,3 Prozent auf 28,4 Milliarden Euro im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Dies übertraf die Erwartungen von Branchenkennern. Der Gewinn der Telekom belief sich auf knapp 2,1 Milliarden Euro, im Vergleich zu rund 1,5 Milliarden im Vorjahr.

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dpa