80 Standorte geplant, Investition für Elektromobilität, bis zu 50.000 Ladepunkte bis 2030 in Europa nötig.
MAN und Eon bauen Ladenetzwerk für Lkw auf

Der Energieversorger Eon und der Lastwagen- und Bushersteller MAN planen, ein öffentliches Ladenetzwerk für Lkw zu errichten. Die ersten Standorte sollen noch in diesem Jahr eröffnet werden, wie die beiden Unternehmen mitgeteilt haben. Bis Ende 2025 sind 80 Standorte vorgesehen. Diese sollen entlang des bestehenden MAN-Servicenetzes entstehen, aber auch für Nutzfahrzeuge anderer Hersteller zugänglich sein.
Die Pläne umfassen insgesamt 170 Standorte mit 400 Ladepunkten, wobei 125 Standorte in Deutschland liegen und weitere in Österreich, Großbritannien, Dänemark, Italien, Polen, Tschechien und Ungarn. Die aktuellen Pläne sind nicht Teil der vor gut einer Woche angekündigten Initiative der Bundesregierung, 350 Ladepunkte in Deutschland zu installieren. Es könnte jedoch einige Überschneidungen geben.
«Wir investieren massiv, um der Infrastruktur für den elektrischen Schwerlastverkehr einen entscheidenden Schub zu geben», sagte Eon-Chef Leonhard Birnbaum. «Nahezu alle großen Hersteller setzen heute bei ihren Entwicklungen auf Elektromobilität. Für den endgültigen Durchbruch brauchen wir eine flächendeckende, leistungsfähige Ladeinfrastruktur, die von Anfang an europäisch gedacht ist.»
MAN-Chef: 50.000 Ladepunkte bis 2030 nötig
«Damit die Mobilitätswende gelingt, benötigen wir bis 2030 rund 50.000 Ladepunkte für schwere Nutzfahrzeuge in Europa», sagte MAN-Chef Alexander Vlaskamp. «Natürlich leisten wir als Hersteller von Elektro-Lkw dazu unseren Beitrag.»
Die Ladepunkte von MAN und Eon werden hauptsächlich in Industriegebieten mit hohem Lkw-Aufkommen entlang der Autobahnen platziert. Es wird auch darauf geachtet, dass die besonderen Bedürfnisse der Lkw erfüllt werden – beispielsweise müssen die Ladeplätze durchfahrbar sein, damit die Fahrer nicht rangieren müssen.
Gemäß den Planungen werden die Standorte zunächst jeweils mehrere 400 Kilowatt-Ladepunkte erhalten. Diese könnten einen durchschnittlichen Elektro-Lkw in etwa 45 Minuten mit Strom für eine Reichweite von bis zu 300 Kilometer versorgen. Zu einem späteren Zeitpunkt sollen die Standorte auf das schnellere Megawatt-Ladesystem MCS umgerüstet werden.








