Ende 2033 läuft der Mietvertrag für die DB-Konzernzentrale in Berlin aus. Für die Zeit danach haben zwei ostdeutsche Städte eine Idee. So reagiert die Bahn.
Erfurt oder Halle wollen Konzernzentrale der Deutschen Bahn

Die Städte Erfurt und Halle bewerben sich als potenzielle Standorte für den Hauptsitz der Deutschen Bahn, da der Mietvertrag für die Konzernzentrale in Berlin 2033 ausläuft. Die Oberbürgermeister der beiden Städte erklärten in Erfurt, dass es sich bisher nur um eine Initiativbewerbung handelt. Es müssen noch Gespräche mit Konzernvertretern und der neuen DB-Chefin Evelyn Palla geführt werden.
Die Antwort aus der Bahn-Zentrale kam prompt: «Die Standort-Frage stellt sich nicht», hieß es in einer Mitteilung. Mit Berlin verbinde die Bahn eine enge Partnerschaft, «an der wir weiterhin festhalten». Verwiesen wurde auf rund 20.000 Beschäftigte in der Hauptstadt und die Nähe zu politischen Entscheidungsträgern. Es sei aber auch noch nicht entschieden, was nach 2033 passiere, sagte ein Bahn-Sprecher.
Günstigere Mieten und gute Anbindung
Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt (CDU) nannte die Idee «eine Riesenchance für ein Leuchtturmprojekt in Mitteldeutschland». Die Oberbürgermeister verwiesen unter anderem darauf, dass der Unterhalt einer Konzernzentrale in Halle oder Erfurt vermutlich billiger sei als am derzeitigen Standort am Potsdamer Platz in Berlin. Dazu seien beide Städte gut angebunden, daher müssten auch nicht alle Mitarbeiter umziehen. Außerdem gebe es in Halle oder Erfurt günstigen Wohnraum für die Mitarbeiter.
Halles Oberbürgermeister Alexander Vogt (parteilos) betonte, dass es ihm und seinem Erfurter Amtskollegen Andreas Horn (CDU) darum gehe, dass ein bedeutendes deutsches Unternehmen nach Ostdeutschland ziehe. Ob nun Halle in Sachsen-Anhalt oder Erfurt in Thüringen den Zuschlag erhalte, spiele letztendlich keine Rolle. Dies sei auch ein entscheidendes Signal im Hinblick auf die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt.
Diese Standorte sind im Gespräch
In Erfurt bietet sich nach Ansicht von Horn das Gelände der geplanten «ICE City» auf dem Gelände des ehemaligen Güterbahnhofs an. Die Bahn hatte dort bereits Investitionen von mehreren hundert Millionen Euro in ein Weiterbildungszentrum und einen Bürokomplex angekündigt. Auch in Halle gibt es nach Angaben von Vogt ein großes Gelände direkt am Hauptbahnhof, das zur Bebauung zur Verfügung stünde.








