Wegen des Diesel-Skandals wird seit Jahren auch gegen den Ex-Manager von Continental ermittelt. Einige Vorwürfe gegen ihn wurden fallengelassen. In einem Punkt gehen die Ermittlungen aber weiter.
Ermittlungen gegen Ex-Conti-Manager nur noch wegen Untreue

Die Staatsanwaltschaft Hannover hat bei ihren Ermittlungen wegen einer möglichen Verstrickung früherer Spitzenmanager von Continental in den VW-Abgasskandal einen Teil der erhobenen Vorwürfe fallengelassen. Es werde nur noch wegen des Verdachts der Untreue ermittelt, sagte ein Sprecher der Ermittlungsbehörde der Deutschen Presse-Agentur. Nicht mehr ermittelt werde wegen einer mögliche Beihilfe zum Betrug und wegen einer möglichen Aufsichtspflichtverletzung. Zuvor hatte die «Wirtschaftswoche» berichtet.
Laut dem Sprecher konnte am Ende nicht bewiesen werden, dass die betroffenen Manager bei dem Vorwurf der Beihilfe zum Betrug mitgewirkt haben. Die Untersuchung wegen möglicher Pflichtverletzung wurde eingestellt, da die Staatsanwaltschaft den Vorwurf nicht als so schwerwiegend ansah, dass er weiterverfolgt werden müsste. Aufgrund des laufenden Verfahrens wollte sich Continental auf Anfrage nicht zum Thema äußern.
Bei dem Verdacht auf Untreue, der weiter im Raum steht, geht es früheren Angaben der Staatsanwaltschaft zufolge darum, dass die Beschuldigten eigene Untersuchung «bewusst unzureichend geführt» haben könnten und «dadurch möglicherweise auch Schadenersatzansprüche nicht geltend gemacht wurden».
Ermittlungen gegen 58 Beschuldigte
Gemäß früheren Angaben ist der ehemalige Vorstandsvorsitzende von Conti, Elmar Degenhart, unter den Beschuldigten. Insgesamt ermittelt die Behörde immer noch gegen 58 Beschuldigte im Zusammenhang mit den Vorwürfen gegen Continental. Bei drei Mitarbeitern auf niedrigerer Ebene wurden die Verfahren bereits gegen Zahlung einer Geldstrafe eingestellt, wie der Sprecher sagte. Alle drei haben ein Geständnis abgelegt. Es ist derzeit noch nicht abzusehen, wann die Ermittlungen insgesamt abgeschlossen werden können, so der Behördensprecher.
Bei den seit langem laufenden Untersuchungen geht es um eine mögliche Beteiligung des Zulieferers am Abgasskandal bei VW. Die Affäre um die Manipulation von Dieselabgaswerten durch eine Betrugssoftware wurde im September 2015 aufgedeckt, hat jedoch eine längere Vorgeschichte. Seitdem besteht die Frage, ob auch Zulieferer von Volkswagen von den Absichten des Dieselbetrugs gewusst haben könnten.








