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EU-Kommission gegen Lufthansa-Übernahme von Ita

Bei der geplanten Übernahme der italienischen Fluggesellschaft Ita durch die Lufthansa haben Wettbewerbshüter immer noch Einwände. Nun liegt der Ball in Frankfurt.

Die EU-Kommission blockiert weiter die Lufthansa-Übernahme von Ita.
Foto: Luca Bruno/AP/dpa

Die EU-Kommission hat nach wie vor Bedenken hinsichtlich des geplanten Einstiegs der Lufthansa bei der italienischen Fluggesellschaft Ita. „Derzeit vertreten wir die Auffassung, dass das geplante Geschäft den Wettbewerb auf bestimmten Strecken von und nach Italien einschränken könnte“, teilte die Kommission mit.

Die Behörde hat Bedenken, dass Kunden nach der Übernahme unter höheren Preisen oder einer schlechteren Qualität der Dienstleistungen leiden könnten. Daher kann das millionenschwere Vorhaben vorerst nicht abgeschlossen werden.

Die EU-Wettbewerbshüter hatten Ende Januar ähnliche Bedenken geäußert, die die Lufthansa offensichtlich nicht beseitigen konnte. Damals wurde festgestellt, dass Lufthansa und Ita auf einigen Strecken zwischen Italien und mitteleuropäischen Ländern in direktem Wettbewerb mit Nonstop-Flügen stehen. Es gibt nur begrenzte Konkurrenz durch andere Fluggesellschaften. Lufthansa hatte bereits Zugeständnisse im EU-Kartellverfahren gemacht, aber abgelehnt, Details zu nennen.

Jetzt muss die Lufthansa reagieren

Seitdem hat die Kommission eigenen Angaben zufolge etwa interne Dokumente analysiert, sich bei konkurrierenden Fluggesellschaften umgehört und Stellungnahmen von Flughäfen und Kunden eingeholt. Dabei bleibt die Kommission bei ihrer Auffassung, dass der Wettbewerb auf einer bestimmten Anzahl von Kurzstrecken durch das Vorhaben reduziert werden könnte. Ähnliches gelte für bestimmte Langstreckenverbindungen zwischen Italien und den USA, Kanada und Japan. Nun hat die Lufthansa Zeit, auf die Bedenken zu reagieren und mögliche Abhilfemaßnahmen vorzuschlagen.

Das Unternehmen kündigte in Frankfurt an, der EU-Behörde zeitnah ein Konzept für Zugeständnisse vorzulegen, um verbliebenen Bedenken zu begegnen. «Wir arbeiten dabei weiterhin auf eine zeitnahe Genehmigung der Transaktion hin – auch weil wir überzeugt sind, dass der Wettbewerb in Europa, vor allem in Italien, durch eine Ita Airways als Teil der Lufthansa Group gestärkt wird», teilte Lufthansa mit. Man bleibe zuversichtlich, dass Ita noch in diesem Jahr Teil des Lufthansa-Konzerns werde.   

Nach langen Verhandlungen stimmte der deutsche MDax-Konzern Ende Mai mit dem italienischen Staat überein, einen Minderheitsanteil von 41 Prozent an der Fluggesellschaft Ita Airways zu übernehmen. Dafür sollen 325 Millionen Euro Eigenkapital aus Lufthansa-Barmitteln an Ita fließen. Gemäß der Vereinbarung kann Lufthansa ab 2025 unter bestimmten Bedingungen weitere 49 Prozent der Anteile erwerben und später auch die restlichen 10 Prozent. Der Deal zwischen Lufthansa und dem italienischen Staat steht noch ausstehenden wettbewerbsrechtlichen Prüfungen auf nationaler und europäischer Ebene unter Vorbehalt.

Die im Jahr 2020 gegründete Italia Trasporto Aereo (Ita) hat im Oktober 2021 den Flugbetrieb der insolventen Vorgängerin Alitalia übernommen, ist jedoch nicht deren Rechtsnachfolgerin. Die neue Fluggesellschaft hat sich jedoch Start- und Landerechte sowie die Marke Alitalia gesichert. Es besteht die Möglichkeit, dass der legendäre Name unter dem Dach des neuen Konzerns bald wiederbelebt wird.

dpa