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EU-Länder: Stärkerer Verbraucherschutz bei Online-Krediten

Die Verbraucherschutzvereinigung BEUC bemängelt zu wenig Ambitionen bei der Reform. Angesichts aktuell hoher Preise im Alltag, seien die Menschen auf „solide Kontrollen“ angewiesen.

Verbraucher sollen künftig besser geschützt werden, wenn sie online Geld leihen oder auf Kredit im Netz einkaufen.
Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Verbraucher sollen künftig besser geschützt werden, wenn sie online Geld leihen oder auf Kredit im Netz einkaufen. Die EU-Länder verständigten sich auf eine gemeinsame Verhandlungsposition für neue Regeln für Verbraucherkredite.

So sollen Informationen über Kredite besonders klar und verständlich gemacht werden. Die Position der EU-Länder schwächt den ursprünglichen Gesetzesvorschlag der EU-Kommission vom Juni jedoch in Teilen ab.

Bessere Kontrollen der Kreditfähigkeit

Bei dem Kommissionsvorschlag zu Konsumentenkreditverträgen geht es darum, dass bestehende Schutzregeln in Zukunft auch für Kredite unter 200 Euro sowie für Leasingverträge und Überziehungskredite gelten sollen. Die EU-Länder wollen jedoch einige Kreditformen von den Regeln ausnehmen, etwa Zahlungsaufschübe oder Leasingverträge ohne Kaufverpflichtung. Gleichzeitig soll die Kreditfähigkeit von Verbrauchern besser kontrolliert werden.

Verbraucherschützer üben Kritik

Die Verbraucherschutzvereinigung BEUC kritisierte, die EU-Staaten hätten ein niedriges Ambitionsniveau bei der Reform. «In Zeiten hoher Energie- und Lebensmittelpreise nehmen die Verbraucher vermehrt Kredite in Anspruch, um ihre Ausgaben für den täglichen Bedarf zu decken. Ohne solide Kontrollen kann dies schnell zu einer Schuldenspirale führen», sagte BEUC-Chefin Monique Goyens.

Das EU-Parlament muss seine Position zu der Regelung noch festlegen, bevor es mit den EU-Ländern darüber verhandeln und die Regelung in Kraft treten kann.

dpa