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Neue Transparenzregeln für nachhaltige Anlagen sollen Anleger schützen

ESG-Ratings werden strenger reguliert und müssen zuverlässiger und vergleichbarer werden, um bewusstere Entscheidungen zu ermöglichen und vor Irreführung zu schützen.

Unterhändler von Europaparlament und EU-Staaten einigen sich auf strengere Vorgaben für ESG-Ratings.
Foto: Zhang Cheng/XinHua/dpa

Anleger sollen durch neue Transparenzregeln in der Lage sein, ihr Geld zukünftig einfacher in nachhaltige Anlageformen zu investieren. Unterhändler des Europaparlaments und der EU-Staaten haben sich am Montagabend auf strengere Vorgaben für sogenannte ESG-Ratings geeinigt.

Diese Ratings bewerten unter anderem, in welchem Maße sich die Aktivitäten eines Unternehmens auf die Umwelt, die Gesellschaft und die Mitarbeiter auswirken – und wie diese Faktoren wiederum das Geschäft der Firma beeinflussen.

Mit den neuen Vorschriften ist beabsichtigt, dass diese Bewertungen zuverlässiger werden und sich besser vergleichen lassen. Die Anbieter von ESG-Ratings müssen zukünftig von der Europäischen Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (ESMA) zugelassen und überwacht werden. Sie müssen auch die Transparenzanforderungen in Bezug auf Methodik und Informationsquellen erfüllen.

Historischer Durchbruch

Zusätzlich sollten ESG-Ratings nach ihren einzelnen Komponenten aufgeschlüsselt werden können und nicht mehr nur eine einzige Kennzahl für alle Bereiche liefern. Wenn ein Unternehmen beispielsweise im Bereich E (wie Environment, deutsch Umwelt) bewertet wird, müssen zusätzliche Informationen bereitgestellt werden, ob das Rating die Übereinstimmung mit dem Pariser Klimaabkommen berücksichtigt.

So sollen Anlegerinnen und Anleger bewusstere Entscheidungen treffen können und vor Irreführung durch «Greenwashing» geschützt werden, wie das Parlament mitteilte. Mit «Greenwashing» ist gemeint, dass vermeintlich nachhaltige Finanzprodukte «grüner» dargestellt werden als sie eigentlich sind.

«Diese Vereinbarung stellt einen historischen Durchbruch für nachhaltige Finanzen dar. Es war höchste Zeit, klare Regeln festzulegen, um die Transparenz im ESG-Rating-Prozess zu verbessern und so das Vertrauen in den nachhaltigen Finanzsektor wiederherzustellen», sagte die zuständige Berichterstatterin Aurore Lalucq. 

Die Zustimmung der EU-Staaten und des Parlaments zum Kompromiss steht noch aus, aber es wird als formalitätsbedingt angesehen.

dpa