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Evergrande-Chef lebenslang vom Aktienhandel ausgeschlossen

Die Behörden hatten Hui Ka Yan im vergangenen September ins Visier genommen. Der Vorsitzende des hoch verschuldeten Konzerns muss sich nun unter anderem wegen Bilanzfälschung verantworten.

Evergrande ist ein Gigant der Branche und umgerechnet mit mehr als 300 Milliarden Euro verschuldet.
Foto: Ng Han Guan/AP/dpa

Der Chef des stark verschuldeten chinesischen Immobilienkonzerns Evergrande soll lebenslang vom Aktienhandel ausgeschlossen werden.

Wie das Unternehmen am Montag bekannt gab, wurde Hui Ka Yan auch von der chinesischen Börsenaufsicht wegen verschiedener Finanzdelikte mit einer Geldstrafe von 47 Millionen Yuan (rund sechs Millionen Euro) belegt. Darüber hinaus wurde das Unternehmen von der Börsenaufsicht mit einer Geldstrafe von 4,2 Milliarden Yuan belegt und weitere Führungskräfte wurden bestraft.

Evergrande wurde unter anderem beschuldigt, seinen Umsatz in den Jahren 2019 und 2020 um mehr als 560 Milliarden Yuan künstlich erhöht zu haben. Der Immobilienentwickler soll aufgrund dieser falschen Angaben Anleihen ausgegeben haben. Darüber hinaus hat das Unternehmen versäumt, rechtzeitig über Jahres- und Halbjahresergebnisse, Rechtsstreitigkeiten und ausstehende Schulden zu informieren. Im vergangenen September wurde Hui unter Polizeiaufsicht gestellt. Es ist unklar, ob weitere Strafen folgen werden.

Krise in der Branche

Der Immobiliensektor in China steckt in einer ernsten Krise. Evergrande ist ein Branchenriese und hat Schulden in Höhe von umgerechnet mehr als 300 Milliarden Euro. Im Januar wurde von einem Gericht in Hongkong die Liquidation des Unternehmens angeordnet, nachdem Gläubiger Klagen eingereicht hatten. Es ist jedoch unklar, ob das Urteil auf dem chinesischen Festland vollstreckt wird, wo Evergrande den Großteil seiner Geschäfte tätigt.

Die Belastung der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt durch die Krise in der Branche, die rund ein Fünftel zur jährlichen Wirtschaftsleistung des Landes beiträgt, ist schwerwiegend.

dpa