Stellenabbau im operativen Bereich nicht akzeptabel – Fachkräftemangel gefährdet Sicherheit und Qualität der Leistung für Kunden.
Deutsche Bahn kündigt Stellenabbau an,Verunsicherung bei Konzernbeschäftigten – Fachkräftemangel bedroht Schienenbranche.

Die Ankündigung der Deutschen Bahn für einen umfassenden Stellenabbau hat aus Sicht der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) zu Verunsicherung bei den Konzernbeschäftigten geführt. Die Kommunikation des Vorstands stimme nicht, sagte der Gewerkschaftsvorsitzende der Deutschen Presse-Agentur. «Im operativen Bereich darf es keinen Stellenabbau geben, da muss es einen Ausbau geben.»
Es sei noch völlig unklar, was mit dem Fachkräftemangel auf die Bahn zukomme. «Dieser wird die Schienenbranche voll treffen.» Was nicht passieren dürfe, sei, dass irgendwo am Kunden gespart werde oder an der Sicherheit.
Die Deutsche Bahn, die rund 236.000 Mitarbeiter im Inland hat, steckt in finanziellen Schwierigkeiten und muss sparen. Konzern-Finanzvorstand Levin Holle hatte Ende Juli angekündigt, dass in den kommenden Jahren vor allem in der Verwaltung Tausende Stellen gestrichen werden sollen. Er sagte, die Bahn plane, den Personalbedarf in den nächsten fünf Jahren um etwa 30.000 Vollzeitstellen zu reduzieren.
Ein Konzernsprecher sagte am Sonntag, die Bahn stelle «im operativen Bereich weiter auf Hochtouren ein, weil es dort Personalbedarf gibt und es die betriebliche Situation und die Qualität unserer Leistung beim Kunden erfordert». Das gelte etwa in der Instandhaltung, bei Lokführern, im Service und bei den Fahrdienstleitern. Deshalb rekrutiere die Bahn auch in diesem Jahr rund 25.000 neue Mitarbeitende und habe die Zahl der Auszubildenden auf die Rekordzahl von 6.000 erhöht.
In der Verwaltung ist es jedoch möglich, den Personalbedarf zu reduzieren. Dies könne „durch ganz konkrete Maßnahmen wie Dinge weglassen, vereinfachen, standardisieren, automatisieren und digitalisieren“ erreicht werden, fügte der Sprecher hinzu.
Innerhalb der EVG gibt es Zweifel am Vorgehen des Managements. «Wer mehr Verkehr auf der Schiene will, der braucht erst mal mehr Personal», teilt Karsten Ulrich mit, Chef der EVG-Fachgruppe Lokfahrdienst, in der sich die Lokführerinnen und Lokführer innerhalb der Gewerkschaft organisieren. «Wir können nur so viele Züge fahren, wie Personal vorhanden ist und nicht umgekehrt.»








