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Evonik-Chef warnt Mittelstand vor Annäherung an die AfD

Topmanager Christian Kullmann sieht die Annäherung des Mittelstands an die AfD kritisch. Er fordert eine klare Kante gegen die Partei und äußert Sorgen.

Christian Kullmann warnt vor einer Annäherung des Mittelstands an die AfD. (Archivbild)
Foto: Oliver Berg/dpa

Christian Kullmann, CEO des Essener Chemiekonzerns Evonik, äußert Kritik an der Annäherung mittelständischer Unternehmen an die AfD. «Gerade im Mittelstand gibt es Tendenzen, sich an Positionen der AfD anzunähern», sagte der 56-Jährige im Gespräch mit dem «Spiegel». «Ich halte das für fatal und plädiere dafür, dass sich die Industrie als Ganzes klar bekennt: nicht mit denen!»

Er sei «bestürzt und richtig sauer» über die aktuelle Situation. «Viele Wähler ziehen mittlerweile ein autoritäres Aufräumen dem demokratischen Diskurs vor», sagte der Topmanager des börsennotierten Unternehmens, das 2024 einen Umsatz von 15,2 Milliarden erwirtschaftet hat und über 30.000 Menschen beschäftigt. Ein Grund dafür sei die Angst vor Wohlstandsverlusten und sozialem Abstieg. «Genau deshalb ist es so wichtig, unsere Industrie zu stärken», sagte Kullmann dem Nachrichtenmagazin. 

Größter Anteilseigner des Chemiekonzerns ist mit knapp 47 Prozent die RAG-Stiftung. Sie ist zuständig für die Finanzierung der Folgekosten aus dem 2018 eingestellten deutschen Steinkohlenbergbau, den «Ewigkeitsaufgaben».

Familienunternehmen und die AfD 

Im Oktober 2025 hatte der Verband der Familienunternehmen erstmals auch Vertreter der AfD zu einem Parlamentarischen Abend in Berlin eingeladen. Nach scharfer Kritik und dem Austritt namhafter Mitgliedsfirmen wie Rossmann, Vorwerk und Fritz-Kola wurde diese Entscheidung rückgängig gemacht. Es stellte sich heraus, dass die Einladung von AfD-Abgeordneten ein Fehler war.

Anwalt: Theo Müller ist kein AfD-Unterstützer 

Ende Januar wehrte sich der Molkerei-Unternehmer Theo Müller mit anwaltlicher Hilfe gegen die Kritik, die AfD zu unterstützen. Er sei kein AfD-Mitglied und möchte auch keins werden. Er habe der Partei auch kein Geld gespendet. In einem Zeitungsinterview hatte er auf die Frage, ob er ein interessierter Beobachter oder ein Sympathisant sei, gesagt: «Irgendwas dazwischen.» Der 86-Jährige hat regelmäßige Kontakte zu AfD-Chefin Alice Weidel eingeräumt und sie in einem Interview als Freundin bezeichnet.

dpa