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Schattenwirtschaft in Deutschland wächst weiter – Prognose von Experten

Schwarzarbeit erreicht neuen Höchststand von 481 Milliarden Euro, während Bürgergeld die Schwarzarbeit um 2,4 Milliarden Euro reduziert.

Mitarbeiter des Zolls führen in Erfurt eine Schwerpunkt-Kontrolle zur Schwarzarbeit in einem Baugewerbe durch.
Foto: Müller Thomas/dpa

Laut Schwarzarbeit-Experten wird der Umfang der Schattenwirtschaft in Deutschland in diesem Jahr voraussichtlich weiter wachsen.

Laut einer Prognose, die von dem Linzer Professor Friedrich Schneider und dem Tübinger Professor Bernhard Boockmann vom Institut für Angewandte Wirtschaftsforschung (IAW, Tübingen) veröffentlicht wurde, wird der Wert der illegal erbrachten Leistungen durch Schwarzarbeit insgesamt um 38 Milliarden auf 481 Milliarden Euro steigen.

Das führt zu einer Steigerung um 8,4 Prozent. Der Anteil der vorhergesagten Schattenwirtschaft am Bruttoinlandsprodukt steigt daher auf 11,3 Prozent. Nach einer Phase des Rückgangs seit 2021 steigt dieser wieder an und wird nach Einschätzung der Ökonomen im Jahr 2024 das Niveau von 2014 erreichen.

Laut der Prognose ist das Bruttoinlandsprodukt im Vorjahr um 0,6 Prozent geschrumpft und die Anzahl der Arbeitslosen lag im Durchschnitt bei 2,6 Millionen. Zusätzlich floss eine erwartete Inflationsrate von 2,7 Prozent in die Berechnungen der Wissenschaftler ein.

Laut vorläufigen Daten des Statistischen Bundesamtes ist die deutsche Wirtschaft im vergangenen Jahr im Vergleich zum Vorjahr preisbereinigt um 0,3 Prozent gesunken. Und die Inflation betrug 2023 nach bisherigen Daten durchschnittlich 5,9 Prozent.

Erhöhter Regelsatz beim Bürgergeld senkt Schwarzarbeit

Die Experten prognostizieren, dass die Einführung des Bürgergeldes mit einer höheren Regelsumme insgesamt zu einer Verringerung der Schwarzarbeit führen wird. Obwohl die erhöhten Bezüge dazu führen werden, dass ein Teil der Bürgergeldbezieher weniger motiviert ist, einen legalen Job anzunehmen.

Dennoch überwiegt der Effekt, dass weniger Bezieher die Notwendigkeit spüren, illegal nebenbei zu verdienen, aufgrund der erhöhten Bürgergeld-Zahlungen. Dadurch nimmt die Schwarzarbeit durch die Einführung des Bürgergeldes um 2,4 Milliarden Euro ab.

Durch die Wiederherstellung des vollen Mehrwertsteuersatzes in der Gastronomie wird hingegen ein entgegengesetzter Effekt erzielt. Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass die Schwarzarbeit um 1,9 Milliarden Euro zunehmen wird.

Schneider und Boockmann haben seit Ende der 1990er Jahre den Umfang der Schwarzarbeit berechnet. Für die Prognosen wurde ein komplexes Verfahren verwendet, bei dem verschiedene Variablen kombiniert wurden, die indirekte Indikatoren der Schattenwirtschaft sind. Dazu zählen beispielsweise die Steuermoral, die Arbeitslosenquote, die Inflationsrate und die Nachfrage nach Bargeld.

dpa