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Boeing-Maschine verliert Rumpfteil im Steigflug

Nach dem Zwischenfall mit fehlenden Befestigungsbolzen gerät Boeing unter Druck, Qualitätskontrollen zu verbessern.

Nach ersten Erkenntnissen der US-Unfallermittlungsbehörde NTSB fehlten bei dem Rumpfteil mehrere Befstigungselemente. (Archivbild)
Foto: Manuel Balce Ceneta/AP/dpa

An dem Rumpfteil, das eine Boeing-Maschine Anfang des Jahres im Steigflug verlor, fehlten laut US-Unfallermittlern vier Befestigungsbolzen. Die US-Unfallermittlungsbehörde NTSB betonte bei einer Anhörung zu dem Zwischenfall, dass die Bolzen noch an ihrem Platz waren, als der Rumpf vom Zulieferer Spirit zum Flugzeugbauer geliefert wurde.

Laut Angaben wurden bei Boeing die Befestigungselemente entfernt, um an fünf benachbarten Nieten Nacharbeiten durchzuführen. Das Flugzeug vom Typ 737-9 Max wurde dann ohne die Bolzen an die Fluggesellschaft Alaska Airlines geliefert.

Wenige Monate später brach das Rumpfteil, das eine Türöffnung verdeckt, kurz nach dem Start heraus. Von den 171 Menschen an Bord meldeten acht leichte Verletzungen. Der Flugzeugbauer geriet nach dem Zwischenfall unter massiven Druck, seine Qualitätskontrollen zu verbessern. Boeing will zudem Spirit mit einer Übernahme wieder zurück unter das Konzerndach holen.

US-Unfallermittler gehören zu den besten der Welt

Ein Manager von Spirit sagte bei der Anhörung, dass ein Rumpf für die 737-Modelle aus ungefähr 18.000 Bauteilen besteht und etwa 200.000 Befestigungselemente wie Nieten benötigt. Spirit montiert den Rumpf für alle 737-Flugzeuge zusammen.

Die Experten der NTSB, die zu den angesehensten der Welt gehören, haben den Auftrag, alle möglichen Verkehrsunfälle zu untersuchen. Obwohl die Behörde nur Empfehlungen aussprechen kann, haben ihre Schlussfolgerungen dennoch Gewicht und Konsequenzen.

Zu Beginn der auf zwei Tage angesetzten öffentlichen Anhörung in der Hauptstadt Washington ließ die NTSB Boeing und Spirit ausführlich die Verfahren in Produktion und Fehlerkorrekturen erläutern. Dabei wurde auch deutlich, dass es zu den Arbeiten an dem Rumpfteil eigentlich mehr Unterlagen geben sollte als der Konzern der NTSB zunächst zur Verfügung stellen konnte. «Wir werden nicht auseinandergehen, bis alle Fragen gestellt wurden», betonte Behördenchefin Jennifer Homendy.

„Es tut mir leid, aber ich kann Ihren Anruf gerade nicht entgegennehmen. Bitte hinterlassen Sie mir eine Nachricht, und ich werde mich so schnell wie möglich bei Ihnen melden.“

dpa