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EZB sieht Banken im Euroraum robust – warnt aber vor Risiken

Die Großbanken im Euroraum sind nach Einschätzung der EZB für Krisen gewappnet. Doch die Aufsicht warnt Geldhäuser, sich auf ihren gestiegenen Gewinnen auszuruhen. Sie sieht eine Vielzahl von Risiken.

Die EZB beaufsichtigt die größten Banken im Euroraum direkt (Archivbild)
Foto: Boris Roessler/dpa

Laut der Europäischen Zentralbank (EZB) sind die Großbanken im Euroraum gut gerüstet für Krisen. Die Institute haben eine solide Kapital- und Liquiditätsausstattung sowie eine hohe Rentabilität, wie die EZB-Bankenaufsicht bei ihrer jährlichen Überprüfung der großen Geldhäuser im Währungsraum feststellte. Die Eigenkapitalanforderungen bleiben laut EZB bis 2026 weitgehend stabil.

Banken im Euroraum profitieren nach dem Ende der Nullzinsphase von Zinsüberschüssen, zudem bescheren ihnen die starken Börsen hohe Provisionen für Wertpapiergeschäfte. Die aufs Jahr hochgerechnete Rendite auf das Eigenkapital der Institute stieg der EZB zufolge Mitte 2025 auf gut 10 Prozent.

Warnung vor geopolitischen Krisen

Die europäischen Banken agierten allerdings weiter in einem schwierigen Umfeld, das von erhöhten geopolitischen Risiken und neuen Wettbewerbsmustern wegen der Digitalisierung und der Konkurrenz durch Nicht-Banken geprägt sei, urteilte die EZB. «Dies erfordert vorausschauende Risikobewertungen und eine ausreichende Widerstandsfähigkeit.»

Die EZB-Bankenaufsicht bewertet regelmäßig die Tragfähigkeit des Geschäftsmodells und das Risikomanagement von Banken («Supervisory Review and Evaluation Process»/SREP). Im Ergebnis legen die Aufseher Kapitalzuschläge für bestimmte Banken fest und bestimmen unter anderem, wie viel Geld Institute als Dividende an ihre Anteilseigner ausschütten dürfen. Deutsche Bank und Commerzbank hatten kürzlich schon mitgeteilt, dass die Kapitalanforderungen für sie für 2026 leicht reduziert wurden. 

Die EZB-Bankenaufsicht, die als Konsequenz aus der globalen Finanzkrise von 2008 entstanden ist, überwacht die größten Banken im Euroraum direkt. Im Rahmen des Tests wurden 105 Banken untersucht, die unter direkter Aufsicht der EZB stehen.

dpa