Die Zahl offener Stellen in IT-Berufen sinkt, während qualifizierte Arbeitslose steigen. Zukunftstechnologien beeinflussen die Entwicklung laut Studie.
IT-Fachkräftemangel in Deutschland nimmt ab

Die schlechte Wirtschaftslage und die Unsicherheit vieler Unternehmen führen dazu, dass die Nachfrage nach Beschäftigten in IT-Berufen sinkt. Im ersten Quartal 2024 hat sich die Fachkräftelücke in Deutschland im Vergleich zum Vorjahr fast halbiert.
Die Anzahl der unbesetzten Stellen, für die keine geeigneten Kandidaten gefunden werden konnten, ist um 46 Prozent auf 19.372 zurückgegangen. Dies ergibt sich aus einer Studie des Kompetenzzentrums Fachkräftesicherung (Kofa) des arbeitgebernahen Instituts der Deutschen Wirtschaft.
Die Anzahl der offenen Stellen im Bereich Informatik ist im Vergleich zum Vorjahr um 20 Prozent gesunken, während die Anzahl der qualifizierten Arbeitslosen um mehr als 25 Prozent gestiegen ist. Laut dem Autor der Studie, Gero Kunath, ist die wirtschaftliche Schwäche der Grund für diese Entwicklung. Unternehmen halten Investitionen zurück, größere IT-Projekte werden verschoben oder ganz abgesagt. Ein weiterer Grund sind Zukunftstechnologien wie Künstliche Intelligenz, die Prozesse vereinfachen und weniger manuelle Arbeit und Personal erfordern.
«Auf einen vorübergehenden konjunkturellen Einbruch deutet hin, dass aktuell der Bedarf an qualifizierten IT-Fachkräften in der deutschen Wirtschaft weiterhin hoch bleibt, auch wenn er sich merklich abgekühlt hat», sagte Kunath. So konnten in den IT-Berufen insgesamt immer noch 37,2 Prozent der offenen Stellen nicht besetzt werden.
Experte: Fachkräftelücke kann Aufschwung bremsen
Laut der Studie bleibt die Fachkräftelücke insgesamt weiterhin auf einem hohen Niveau, war jedoch zuletzt rückläufig. Im März 2024 gab es etwa 1,2 Millionen offene Stellen für qualifizierte Fachkräfte, was knapp 4 Prozent weniger als im Vorjahr entspricht. Die Anzahl qualifizierter Arbeitsloser stieg hingegen um gut 9 Prozent auf etwa 1,1 Millionen.
Laut dem Experten ist die Kluft deutlich größer, als es der Abstand zwischen offenen Stellen und der Anzahl der Arbeitslosen vermuten lässt. Denn nicht jeder Arbeitslose ist qualifiziert für jede offene Stelle.
Der Rückgang der Fachkräftelücke ist laut Kunath kein Zeichen für Erholung. Aufgrund der eingetrübten Konjunktur gab es zuletzt mehr arbeitslose qualifizierte Fachkräfte und weniger offene Stellen. Im Falle einer wirtschaftlichen Erholung sei mit einer Verschärfung der Engpässe zu rechnen, «die den Aufschwung bremsen dürften».








